Laut Studie: Das ist die effektivste Sportart zum Abnehmen

Wie nimmt man schnell und effizient ab? Diese Frage beschäftigt Abnehmwillige und Wissenschaftler seit vielen Jahren.

Diät- und Ernährungsberatern zufolge liegt der Schlüssel für den Abnehmerfolg in einer Kombination aus gesunder Ernährung, viel Bewegung und regelmäßigem Sport.

Welche Sportart am besten geeignet ist, um überflüssige Pfunde zu verlieren, darüber herrscht aber selbst unter Experten Uneinigkeit.

Eine im ‚Journal of Applied Physiology‘ veröffentlichte Studie der Duke Universityin North Carolina zeigte auf, welches Training am effektivsten beim Gewichtsverlust hilft.

Hilft Ausdauertraining oder Krafttraining besser beim Abnehmen?

Die Forscher ließen insgesamt 119 übergewichtige Probanden acht Monate lang unter Anweisung verschiedene Sportarten durchführen, um herauszufinden, welche Trainingsmethode besonders gut zum Abnehmen geeignet ist. Dafür teilten sie die Teilnehmer zufällig in drei Gruppen ein.

Die erste Gruppe absolvierte an drei Tagen in der Woche ein Krafttraining (3 Sätze am Tag, 8 bis 12 Wiederholungen je Satz), die zweite führte ein aerobes Training (rund 12 Kilometer pro Woche) aus und die Teilnehmer der dritten Gruppe machte eine Kombination aus beiden Sportarten.

Die Einheiten konnten zwischen dynamischen Gruppentrainings, Schwimmen, Laufen und Walken variieren.

Nach acht Monaten wurden die Teilnehmer hinsichtlich ihres Körperfettanteils untersucht. Zudem wurde der Body-Mass-Indexgemessen und das Gewicht der Probanden kontrolliert.

Die Ergebnisse dürfte insbesondere Kraftsportler überraschen. Sowohl die Ausdauer-Gruppe als auch die Teilnehmer, die eine Kombination aus aerobem Training und Gewichtheheben ausführen, konnten mehr Körperfett und Gewicht verlieren als die Probanden aus der Krafttrainingsgruppe.

Die Kraftsportler hatten hingegen an Körpermasse und Gewicht zugenommen.

Die größten Abnehmerfolge (bezogen auf den Körperfettanteil und den Body-Mass-Index) hatte die Ausdauer-Gruppe zu verzeichnen.

Teilnehmer, die regelmäßig aerobes Training ausführten, konnten zudem ihren Anteil an Bauchfett deutlich verringern.

Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse auf, dass eine hohe Trainingsdauer nicht entscheidend für den Abnehmerfolg ist.

Während die Teilnehmer aus der Kontrollgruppe 180 Minuten wöchentlich im Fitnessstudio verbrachten, kamen die Ausdauersportler nur auf durchschnittich 133 Minuten Training pro Woche.

Jedoch betonen die Forscher, dass Krafttraining den Grundumsatz erhöht und in der Folge mehr Kalorien vebrannt werden können. Dieser Wert wurde in der Studie jedoch nicht berücksichigt.

„Die verbreitete Annahme, dass Krafttraining allein aufgrund des erhöhten Grundumsatzes Veränderungen auf den Body-Mass-Index und die Körperfettanteil bewirkt, sollte überprüft werden“, sagte der Studienleiter und Sportwissenschaftler Cris A. Slentz.

Sportarten sind nicht für jeden Menschen gleich geeignet

Abschließend erklärten die Wissenschaftler jedoch, dass eine Trainingsmethode nicht für jeden Menschen und jede Altersgruppe geeignet sei. So sei Krafttraining beispielsweise für ältere Erwachsene, die unter zunehmendem Muskelschwund leiden, eher zu empfehlen als Cardio.

„Jedoch konnte unsere Studie zeigen, dass Ausdauertraining das beste Training ist, um Körpefett und -masse zu reduzieren“, so Slentz.

Julia Poggensee

*Der Beitrag „Laut Studie: Das ist die effektivste Sportart zum Abnehmen“ stammt von FitForFun. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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Mediziner klärt auf: So wichtig ist Vitamin D für Ihre Gesundheit

Das Big Business mit Supplements rollt – 2017 ging in deutschen Apotheken Vitamin D für 177 Millionen Euro über den Tresen.

Das Sonnenvitamin mit hormonähnlicher Wirkung wird vor allem durch UV-Strahlen gebildet – nur 20 Prozent decken wir ab über Nahrung, etwa fetten Fisch wie Hering, Eigelb, Avocado.

Vitamin D gilt als Wunderwaffe gegen Krebs, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Doch die aktuellen Ergebnisse einer der größten Studien zum Thema, der amerikanischen VITAL-Studie, zeigen: Vitamin D verhindert weder Krebs noch Herz-Kreislauferkrankungen.

Fakt ist: Wir brauchen das Vitamin für gesunde Knochen und Muskelfunktionen, echter Vitamin D-Mangel ist ein Risi­kofaktor für die Entstehung von Osteoporose und Rachitis.

Nur zwei Prozent aller Erwachsenen leiden an Vitamin-D-Mangel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Blutwert von 20 Nanogramm/Milliliter, Werte unter 12,5 Nanogramm/Milliliter zeigen einen Mangel.

Aber: Daran leiden laut Statistik des Robert-Koch-Instituts nur zwei Prozent der Erwachsenen. Die Stiftung Warentest rät davon ab, präventiv hoch dosierte Präparate mit Nebenwirkungen wie Aderverkalkung zu schlucken.

Wir haben mit dem ärztlichen Direktor der Max-Grundig-Klinik nahe Baden-Baden und Professor an der Uni Heidelberg, Prof. Dr. Curt Diehm, gesprochen.

Er rät: „Man sollte den Vitamin-D-Spiegel im Blut vorher zumindest kontrollieren lassen“. Die Kosten (ca. 25 Euro) übernimmt jedoch nicht die Krankenkasse.

Was passiert, wenn der Vitamin-D-Spiegel im Winter sinkt?

„Es geht Menschen nicht schlecht, nur weil ihr Vita­min D-Spiegel zu niedrig ist. Das ist durch keine Studie belegt“, sagt Diehm. „In seltenen Fällen können Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, fehlender Antrieb und Schlafstörungen auftreten.“

Gefährdet sind chronisch Kranke, Menschen über 65, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Verschleierte und Säuglinge.

Kann man den Vitamin-D-Speicher im Sommer vorsorglich füllen?

„Es gibt einen gut funktionierenden Mechanismus: In der Sommersonne füllen sich die Vitamin D-Speicher so weit auf, dass der Vorrat den ganzen Winter reicht“, sagt der Experte.

Dafür genügt es, Gesicht, Handrücken und Unterarme im Sommer täglich zehn bis fünfzehn Minuten lang ungeschützt in die Sonne zu halten.

Vorsicht: „Die ­ideale Expositionszeit hängt von ­Sonnenintensität, Breitengrad und Hautfarbe ab.“

Sind im Winter kurze Einheiten auf der Sonnenbank sinnvoll?

„Nein. Es gibt vom Bundes­amt für Strahlenschutz (BfS) eine klare Empfehlung, die dringend von starker, nicht ärztlich kontrollierter UV-­Bestrahlung zum Zweck der Vitamin D-Bildung abrät.

Die Hautkrebsgefahr ist viel zu hoch. Für Kinder und Jugendliche sind Sonnenbänke verboten."

Anke Sörensen

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Wearables: Was Digitale Messgeräte



Sie sammeln zunehmend mehr Gesundheitsdaten – nicht nur zum Vorteil der Nutzer

Laufende Vermessung: Mini-Computer erheben Gesundheitsdaten und verknüpfen sie. So erfährt der Nutzer mehr über Schlafqualität oder Schrittzahl

Für viele Menschen sind Smartwatches ein Spielzeug: Uhren, die mit dem Mobiltelefon verbunden sind und über Sensoren zudem Werte wie die Herzfrequenz kontrollieren können. Auch für Adam L. (24), Robotik-Student aus Australien, war der kleine Computer an seinem Handgelenk vor allem technisch interessant. Doch schon kurz nach dem Kauf meldete die Uhr ständig, dass mit seinem Herzen etwas nicht in Ordnung sei: Es schlage im Schlaf 130-mal pro Minute. Viel zu schnell für einen jungen und sportlichen Mann. Der Student suchte deshalb ­einen Arzt auf. Der entdeckte einen angeborenen Herzfehler; kurze Zeit später wurde Adam L. operiert.

Technik, die motiviert

Eine Armbanduhr, die Herzleiden erkennt – bis vor Kurzem hätte das nach Fiktion geklungen, heute wird es mehr und mehr zur Realität. Kleine tragbare Geräte (engl.: Wearables) können Gesundheits- und Umweltdaten zunehmend genauer messen – dank raffinierter, winziger Sensoren. Sie überwachen Herzfrequenz und Atem, melden Schlaf- und Wachphasen, messen die Körpertemperatur, registrieren Stürze und Stress oder berechnen verbrauchte Kalorien.

Beworben werden sie von ihren Herstellern mit dem Versprechen, dass die Gesundheit von der Technik profitiere. Dass etwa die Motivation zunehme, gesünder zu leben – mit mehr Bewegung, weniger Stress, besserem Schlaf.

Damit passen die Geräte perfekt in unsere Zeit, findet der Soziologe Dr. Nils Heyen, der am Fraunhofer-­Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) zu neuen Technolo­gien in Medizin und Gesundheits­wesen forscht. "Bei den Nutzern spie­­len Fitness- und Schönheitsideale eine Rolle, aber auch, dass man sich um das eigene Glück sorgt – und eben um die eigene Gesundheit."

Ein teurer Spaß

Die Verbraucher lassen sich das ­etwas kosten. Je nachdem, wie viele Funktionen es bietet, kostet so ein Messgerät zwischen 50 und über 800 Euro. Für die Hersteller sind die kleinen Produkte ein großes Geschäft geworden. Umfrageergebnisse des Bran-chenverbands Bitkom ergaben bereits 2016, dass fast jeder dritte Deutsche die digitalen Helfer nutzt, um Daten über die eigene Gesundheit zu erheben und auszuwerten.

Experten gehen aufgrund aktueller Zahlen davon aus, dass sich der Absatz von Sportarmbändern und Fitnesstrackern seit 2015 fast verdoppelt hat. Etwa 3,58 Millionen wurden 2017 verkauft.

Trotz der großen Verbreitung sind noch viele Fragen offen. Die wichtigste: Helfen die Geräte wirklich dabei, gesünder zu leben? "Bislang ist die Studienlage dazu noch sehr uneinheitlich und insgesamt dünn", sagt Heyen.

Mini-Rechner am Körper

Wearable kommt vom eng­lischen Begriff für "tragbar" und steht für kleine, nah am Körper getragene Computersysteme.

Sensoren, die in Uhren (sogenannten Smartwatches), Fitness-
armbänder, Kleidung oder Pflaster integriert sind, erheben Daten zu Körperfunktionen und übermitteln sie an einen Computer.

Großer Markt, kleine Erfolge

Eine von der EU geförderte Studie, die die Abnehmerfolge übergewichtiger Jugendlicher untersuchte, zeigte einen positiven Effekt, wenn die Probanden digitale Messgeräte für die Datenerhebung nutzten. Sie waren allerdings nur eine von vielen Maßnahmen. Eine größere Studie mit übergewichtigen Teenagern in den USA kam dagegen zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Teilnehmer, die ihre Aktivität mit einem Tracker kontrollieren sollten, nahmen deutlich weniger ab als die Probanden ohne die Messgeräte.

Dabei werden einige der neu entwickelten Funktionen von Medizinern durchaus positiv beurteilt. Herzspezialisten etwa nutzen sie schon länger, zum Beispiel bei Patienten mit Verdacht auf Herzrhythmusstörungen. Eines der führenden amerikanischen IT-Unternehmen stellte im September ein neues Smartwatch-Modell vor, das ein einfaches Elektrokardiogramm (EKG) schreiben kann. Der Nutzer muss nur einen Knopf an der Uhr mit dem Finger berühren.

"Zur Überwachung des Herzrhythmus können Wearables eine effektive Methode sein", sagt Thomas Deneke, Sprecher der Arbeitsgruppe Rhythmologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Studien zeigen, dass die digitalen Messgeräte Auffällig­kei­ten daran mit 90-prozentiger Sicherheit erkennen. Im vergangenen Jahr erteilte die amerikanische Zulas­­sungs­­behörde für Medizinprodukte FDA der Uhr mit EKG-Funktion deshalb eine Genehmigung.

Beim Blutdruck klappt es nicht

In Deutschland werden die Geräte allerdings ohne diese Funktion auf den Markt kommen. "Wenn so eine Zulassung jedoch kommt, dann könnte das durchaus helfen, manche herzkranke Menschen früher und besser zu behandeln", sagt Deneke.

Eine verlässliche Blutdruckmessung dagegen werden die Geräte wohl erst in den kommenden Jahren leisten können. Verschiedene Firmen arbeiten bereits seit Jahren an Modellen, die den Blutdruck auch ohne die klassische Oberarmmanschette ermitteln.

Vernetzt von Kopf bis Fuß    

Zu den Wearables zählen unterschiedliche Geräte, die Daten erheben, analysieren und versenden

Im Tausch gegen die Daten

Bisher konnten die Bemühungen nicht überzeugen. "International ist das ein heiß diskutiertes Thema, aber die Studien bisher reichen für eine Zulassung oder Empfehlung noch nicht aus", sagt etwa Mark Grabfelder, Geschäftsführer der Deutschen Hoch- druckliga.

Und dann ist da noch der Datenschutz. Häufig kritisieren Verbraucherschützer Apps, die sensible Gesundheitsdaten auswerten. Denn das Interesse an diesen Daten ist groß: bei Herstellern, Forschungseinrichtungen – oder Versicherungen. Ebenso groß ist die Versuchung der Nutzer, bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter einfach ein Häkchen zu setzen – und damit die ei­genen Daten aus der Hand zu geben.

In Europa sind der Nutzung solcher ­Daten gesetzliche Grenzen gesetzt. In den USA jedoch gibt es bereits Ver­sicherer, die Lebensversicherungen nur noch Kunden anbieten, die im Gegenzug die Daten ihrer Fitness­tracker zur Verfügung stellen.

Geringverdiener außen vor

Dabei könnten die Daten durchaus sinnvoll eingesetzt werden, sind Experten wie Nils Heyen überzeugt. Bislang werden die nicht ganz billigen Geräte vor allem von Menschen genutzt, die ohnehin gesundheitsbewusst leben.

Diejenigen, denen es im Alltag schwerfällt, sich in ausreichendem Maß zu bewegen oder gesund zu ernähren, bleiben ­dagegen außen vor. Geringverdiener zum Beispiel oder Alleinerziehende. Datenwolken könnten hier ansetzen und Ideen für bessere Präventionsangebote liefern. Soziologe Heyen bedauert: "Bislang ist das eher ein Versprechen geblieben."

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Report zeigt schockierende Zahlen: Gesundheitszustand der Deutschen auf dem Tiefpunkt

Die Deutschen sind Bewegungsmuffel. Viele kommen pro Tag nicht einmal auf zehn Minuten Bewegung am Stück. Diese traurige Bilanz zieht der Report der DKV-Versicherung „Wie gesund lebt Deutschland?“. Der Bericht zeigt: Der Gesundheitszustand der Deutschen hat neue Tiefstwerte erreicht.

Die meisten Deutschen haben das Gefühl, ein gesundes Leben zu führen – doch die wenigsten tun das tatsächlich. Das geht aus dem Report "Wie gesund lebt Deutschland?" hervor. Für den Bericht im Auftrag der DKV Deutsche Krankenversicherung wurden fast 2900 Deutsche ab 18 Jahren am Telefon interviewt.

61 Prozent stuften ihren Gesundheitszustand als "gut" oder sogar "sehr gut" ein. Die Auswertung der Interviewfragen ergab jedoch: Nur neun Prozent der Befragten leben tatsächlich rundum gesund. Den Report führte die DKV gemeinsam mit der Sporthochschule Köln mittlerweile zum fünften Mal durch. Der aktuelle Wert ist ein neuer Tiefpunkt seit 2010.

Die Deutschen bewegen sich zu wenig

Das größte Problem der Deutschen ist ein Mangel an Bewegung. Weniger als die Hälfte ist körperlich aktiv. Erwachsene sollten nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation pro Woche mindestens 150 Minuten moderater Aktivität (zum Beispiel zügiges Gehen) oder 75 Minuten intensiver Aktivität nachgehen (zum Beispiel Joggen). Allerdings erreichten nur 43 Prozent der Befragten dieses empfohlene Mindestmaß. 2010 waren es noch 60 Prozent.

Jeder Zehnte gab in der Befragung an, überhaupt keiner körperlichen Aktivität nachzugehen, die länger als zehn Minuten am Stück dauert. Studienleiter Ingo Froböse führt das Bewegungsdefizit auf zwei Entwicklungen zurück: Zum einen werde heute weniger körperliche Arbeit verrichtet, zum anderen habe auch der Sport in der Freizeit nachgelassen. Fast 80 Prozent der Befragten machen außerhalb des Jobs nicht genug, um das Mindestmaß zu erreichen. Sie gehen etwa nicht häufig genug zu Fuß oder fahren Fahrrad, um von A nach B zu kommen.

Dafür sind die Deutschen ein Volk der Vielsitzer. Auf fast acht Stunden summieren sich im Durchschnitt die Sitzzeiten an Werktagen – bei der Arbeit, aber auch am Fernseher, am Computer oder im Auto. Männer sitzen dabei länger als Frauen, Alte insgesamt weniger als Jüngere. Beim Fernsehen ist der Trend allerdings umgekehrt: Je älter die Befragten, desto länger hocken sie vor dem TV.

Immer weniger Raucher

Die erfreuliche Botschaft aus Sicht der Gesundheitsexperten: In Deutschland gibt es immer mehr Nichtraucher. Nur noch 21 Prozent greifen demnach zur Zigarette. Und immerhin 82 Prozent trinken laut Umfrage gar nicht oder nur gelegentlich Alkohol. Auffällig dabei aber: Je mehr die Befragten verdienen, desto häufiger heben sie das Glas.

Einsamkeit als Risikofaktor für Krankheiten

Auch das subjektive Erleben von Einsamkeit war Teil des diesjährigen DKV-Reports. Einsamkeit kann das Auslösen von Krankheiten begünstigen und zu einem Risikofaktor für kardiovaskuläre und andere Erkrankungen werden. Wer sich einsam fühlt, leidet unter chronischem Stress, mit entsprechend schädlichen Konsequenzen.

Laut den Ergebnissen im DKV-Report 2018 fühlen sich elf Prozent der Befragten manchmal einsam. Ältere Menschen verspüren das Gefühl der Einsamkeit tendenziell häufiger als jüngere. Ein Drittel der befragten Hausfrauen und -männer fühlen sich einsam. Weitaus weniger trifft das hingegen auf Menschen zu, die im Berufsleben stehen.

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Sport mit künstlichen Gelenken

Helmut Reckmann spielt Beachvolleyball. Mindestens einmal die Woche. Er hat sich dazu sogar ein eigenes Feld gebaut. Dort trainiert er mit seinen Mannschaftskameraden vom Lehndorfer TSV oder mit seinen Kollegen von der Arbeit.

Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte der 77-Jährige nicht ein künstliches Knie. 2015 war die Operation. Seitdem befindet sich in seinem linken Bein eine ­sogenannte Totalendoprothese (TEP): ein komplett künstliches Kniegelenk, bestehend aus Metall und Kunststoff.

Stürze und ruckhafte Bewegungen sind kritisch

Dass Reckmann Volleyball spielt, findet selbst sein Operateur Professor Karl-Dieter Heller, Chef der Orthopädischen Klinik im Herzogin-Elisabeth- Hospital in Braunschweig, etwas bedenklich. Schließlich gehört die Sportart aus gutem Grund nicht zu den Disziplinen, die Ärzte Patienten mit Gelenkersatz empfehlen. Das Sturz­risiko und die Kräfte, die bei den häufig ruckhaften Stoßbewegungen auf die Gelenke wirken, sind groß. Generell raten Mediziner aber, sich auch – oder gerade – mit einer Gelenkprothese zu bewegen. Training kräftigt Muskeln und Bänder, die wiederum dazu beitragen, dass das Kunstgelenk gut geführt wird und stabil bleibt.

"Je besser der Muskelmantel, desto besser kann man Sport treiben", sagt Dr. Sonja Herzberg, Chefärztin der Klinik für Orthopädie am Rehazentrum Bad Bocklet in Bayern. Wenn man die Prothese nämlich zu stark belastet, ohne dass Bänder und Muskeln sie schützen und stabilisieren, kommt es schneller zu Verschleiß: Die Materialien reiben stärker aneinander, nutzen sich ab, die Prothese lockert sich.

Darauf sollten Betroffene achten:

  • Erst nach drei bis sechs Monaten ist das Kunstgelenk voll einsetzbar und die Prothese an den Knochen angewachsen. "Das gilt vor allem für Hüftprothesen, die zementfrei angebracht werden", sagt Orthopäde ­Heller. Danach kann man wieder nahezu uneingeschränkt Sport treiben. Davor gilt es, sich locker zu bewegen.
  • Vermeiden Sie High-Impact-Sportarten, bei denen stoßartige Bewegungswechsel stattfinden oder man schnell stürzen kann.
  • "Drei Mal pro Woche 45 Minuten bis eine Stunde Bewegung sind optimal", sagt Heller. Dazu zählt auch schnelles Gehen.
  • "Je sportlicher der Patient vor dem Eingriff war, desto besser und schneller kann er nach der OP wieder mobil werden", sagt Orthopädin Sonja Herzberg. Hat man vorher eine ­Sportart gut beherrscht, kann man in der Regel danach wieder einsteigen.
  • Überfordern Sie sich nicht. Auch mit kleinen sportlichen Maßnahmen tun Sie viel für Ihre Beweglichkeit und Gesundheit. "Spazieren gehen, Rad fahren, das ist wunderbar", sagt Mediziner Karl-Dieter Heller.

Günstige Sportarten

Wird die Prothese zu instabil, muss sie ausgetauscht werden. Geht alles gut, bleiben Knie- und Hüftprothesen aber 15 bis 25 Jahre im Körper.

Mit Sport und Bewegung können Patienten mit künstlichen Gelenken Komplikationen entgegenwirken. Bei Knieprothesen raten Ärzte zu Sportarten wie Walking, Radfahren, Aquafitness, Schwimmen, Krafttraining, Bergwandern mit Stöcken oder auch Tanzen.

"Fließende Bewegungen mit möglichst wenig stoßhaften Belastungen sind gut", sagt Karl-­Dieter Heller. Bei künstlichen Hüften kommt noch Rudern hinzu oder Aerobic ohne Sprünge. Alles, was als High-Impact-Sport gilt, also Kontakt- und Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball, Kampfsport oder eben auch Volleyball, erhöht das Risiko, der Prothese zu schaden.

Sportkanone trotz Prothese

Wie Helmut Reckmann zeigt, heißt das aber nicht automatisch, dass es nicht machbar ist. Der 77-Jährige hat sein gesamtes Leben lang Sport getrieben. In seiner Jugend turnte er. "Mit der Zeit verletzte ich mich immer häufiger. Da war klar, bald ist hier Schluss", sagt Reckmann. Als er zu studieren begann, hörte er auf. Bereits damals stellten die Ärzte bei ihm Knieschäden fest.

Dennoch: Reckmann will nicht leben, ohne sich ständig zu bewegen. "Ohne Sport fehlt mir etwas", sagt er. Er beobachtete als Rettungsschwimmer bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) viele Jahre die Küste der Ostseeinsel Fehmarn, baute sein Haus komplett selbst, fing später doch wieder mit dem Turnen an, dann mit Volleyball. Heute macht er mindestens zweimal die Woche Krafttraining, einmal Wirbelsäulentraining und einmal Seniorenfitness. Ob er manchmal auch keine Lust hat, zum Training zu gehen? Nein. Wenn seine Kollegen an­rufen, auch spontan, schnappt er sich seine Sporttasche und macht sich auf den Weg.

So konnte ihn auch die Knie-Operation nicht verdrießen – zumal es nicht die erste an seinen Gelenken war. Auch an den Fußgelenken und am anderen Knie wurde er schon operiert. Bereits in der Reha erklomm er auf Krücken den nächstgelegenen Berg.

Wandern mit zwei künstlichen Hüften

Auch Lars Rehmann geht wieder wandern, mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Er hat inzwischen zwei künstliche Hüften. Der erste Eingriff vor zwei Jahren war nicht leicht für Rehmann. "Danach war mein gesamtes Herz-Kreislauf- System am Boden", erinnert er sich. Noch am Tag des Eingriffs aufstehen, so wie es empfohlen und unterstützt wird – daran war nicht zu denken.

Aber es wurde von Woche zu Woche besser, und der Ehrgeiz, wieder beweglich zu werden, packte den heute 42-Jährigen. Nach acht Wochen war er wieder im Büro. Heute ist Rehmann sehr glücklich, dass er die Kunstgelenke hat einsetzen lassen. "Der Schmerz war einfach unerträglich geworden", sagt er. "Als ich einmal mit meiner Tochter in einem Einkaufszentrum 200 Meter zu einem Geschäft gehen wollte und vor Schmerz geheult habe, da reichte es mir."

Ohne Tennis geht es nicht

Auch Rehmann hält sich fit. Mit Krafttraining, dem Ergometer und Stabilitätsübungen. Mindestens zweimal die Woche. Für ihn ist das so gut wie nichts. Lars Rehmann kommt aus dem Leistungssport. In den 90er-Jahren zählte er zu Deutschlands Top-Nachwuchs­talenten im Tennis, sein Name fiel im Zusammenhang mit Nicolas Kiefer, Tommy Haas oder Rainer Schüttler.

Doch eine Hüftdysplasie und wohl auch durch den Leistungssport früh beginnende Arthrose stoppten Rehmann auf seinem Weg in die deutsche Tennis-Elite. Heute hilft ihm die Selbstverständlichkeit, mit der er jahrelang täglich mehrere Stunden trainierte.

Im Gegensatz zu Helmut Reckmann weiß Rehmann durchaus etwas mit dem Begriff "innerer Schweinehund" anzufangen. "Von Spaß am Bewegen konnte damals teilweise wirklich nicht die Rede sein", sagt er. Heute genießt er den Sport wieder. Ihm ist aber auch klar geworden: "Keine Schmerzen zu haben ist ein Geschenk."

Lars Rehmann spielt mittlerweile wieder regelmäßig Tennis. Ganz ohne geht es eben nicht. Am liebsten zusammen mit seinen Kindern. Die sind nämlich kaum zu bremsen. Ähnlich wie Helmut Reckmann. Für ihn ist sogar Beachvolleyball mit künstlichem Gelenk selbstverständlich. Genauso wie sein künstliches Knie.

Bandage gegen Kälte

Nur einmal spürte er im Winter beim Fahrradfahren, dass sich ­etwas Fremdes in seinem Bein befindet. Der Fahrtwind hatte das Metall wohl sehr auskühlen lassen. "Ich schnitt mir aus einem alten Neo­prenanzug, den ich noch vom Rettungsschwimmen hatte, ein Stück vom Knie heraus." Diese Bandage streift er jetzt bei Kälte über. Alles gut.

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