„Fühlte mich sogar high“: Paar ernährt sich drei Jahre nur von Früchten

„Fühlte mich sogar high“: Paar ernährt sich drei Jahre nur von Früchten

2018-12-15

Wenn es um selektive Ernährung geht, gehören Frutarier zu den extremsten Gruppen: Sie essen nur Früchte und Nüsse. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind umstritten, doch Anhänger schwören darauf. Eine 39-Jährige, die auf Instagram über ihre Erfahrungen berichtet, zog für ihre Fruchtdiät sogar nach Bali. Sie sagt: Fruitarismus ist nicht nur gesund – er macht auch „high“.

Die Polin Tina Stoklasa entdeckte die Frutarier-Ernährungsweise vor fünf Jahren im Internet, wie sie der britischen „Daily Mail“ erzählte. Die Erfahrungsberichte der Fruchtdiät-Anhänger beeindruckten sie so sehr, dass sie es selbst eine Woche ausprobieren wollte. Das veränderte ihr Leben. Sie verschrieb sich ganz dem Fruitarismus und ließ schließlich sogar ihre Heimat hinter sich.

„Die erste Woche war großartig“, berichtete die heute 39-Jährige der Zeitung. „Ich fühlte mich leicht, optimistisch und sogar berauscht. Ich wandelte 30 Zentimeter über dem Boden und fühlte mich, als würde ich alles lieben.“ Alleine für die geistige Erfahrung sei es der Umstieg auf die Ernährung rein von Früchten wert gewesen. „Ich wollte nie wieder zurück zum ‚normalen‘ Essen.“

In den ersten Jahren sei sie dennoch immer wieder eingeknickt. Schließlich habe sie sich entschlossen, ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen und auf die indonesische Insel Bali zu ziehen. Über ihr Instagram-Konto, auf dem sie von ihren Erfahrungen berichtete, habe sie dann sogar ihren Partner kennengelernt, den Belgier Simon Beun. Inzwischen sind die beiden verlobt. instagram.com/fit_shortie_eats/ Simon Beun und Tina Stoklasa auf Instagram

Mehr Energie durch Früchte – auch spirituell

Wie das Paar der „Daily Mail“ erklärte, essen sie am Tag zwischen 2000 und 4000 Kalorien – nur süße Früchte und dazu Kokosnuss-Wasser. Ein typischer Tagesablauf sehe ungefähr so aus: Vier Gläser Organgensaft zum Frühstück, einen Bananen-Smoothie aus sieben Bananen und eine halbe Avocado zum Mittagessen und Orangensaft und Avocado zum Abendbrot. Als Snack gebe es frische Datteln.

Die positiven Effekte der Fruchtdiät sind laut Stoklasa und Beun grenzenlos. Sie sind überzeugt, dass der Fruitarismus selbst Krebs, Depressionen und chronische Krankheiten heilen kann. Im Alltag zumindest helfe die Ernährungsweise beim Gewichtsverlust, liefere sehr viel Energie und verbessere den Schlaf. Dazu schaffe sie jedoch auch eine größere „Verbundenheit mit der Natur“.

Ärzte warnen vor solchen angeblichen Wundereffekten veganer und fruitarischer Ernährungsweise, besonders Behauptungen, damit könne Krebs geheilt werden. Bei der Ernährung rein durch Früchte sehen viele Experten außerdem einen gefährlichen Mangel an Stoffen wie Eisen, Zink oder Jod. Auch pflanzliche Quelle für Fettsäuren und Kalzium gebe es nur wenige. Stoklasa und Beun sehen das als Panikmache. instagram.com/fit_shortie_eats/ Tina Stoklasa auf Instagram

Frutarier als Spitzensportler

Stoklasa sei seit ihrer Kindheit dick gewesen und erst mit dem Beginn ihrer Frutarier-Lebensweise habe sie dauerhaft Gewicht verloren. Für Beun geht es sogar ins andere Extrem, wie er der „Daily Mail“ erklärte: Den durchtrainierten 26-Jährigen inspirierten die Erfahrungen fruitarischer Athleten dazu, vom Veganismus auf den Fruitarismus umzusteigen – das Resultat sei „beeindruckend“ gewesen.

Probleme hätten die beiden mit ihrer seit drei Jahren praktizierten Lebensweise nie gehabt. Trotz der zuckerreichen Diät gehe es ihren Zähnen gut – denn die Pflanzenfasern würden sie reinigen. In ihrer Wahlheimat Bali seien sie immer auf der Jagd nach den frischesten Früchten und würden sie teilweise selbst vom Baum sammeln. Das Paar empfiehlt jedem, der nicht sofort komplett umsteigen will, zumindest den Verzicht auf Fleisch. „Es ist die Wurzel aller Krankheiten“, so Stoklasa.

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