Stiftung Warentest: Streichfette gesünder als Butter – es gibt nur einen Haken!

Stiftung Warentest: Streichfette gesünder als Butter – es gibt nur einen Haken!

2019-10-29

Mit Butter schmeckt das morgendliche Brot doch gleich doppelt so gut. Nur schade, wenn am Vorabend vergessen wurde, die Packung aus dem Kühlschrank zu holen – dann wird das nichts mit dem leichten Verstreichen.

Streichfette sind der herkömmlichen Butter in dieser Hinsicht klar überlegen. Auch direkt aus dem Kühlschrank kommend, ist der Mix aus Butter und Rapsöl herrlich streichzart.

Gesündere Fettzusammensetzung durch Rapsöl

Ein weiterer Pluspunkt: Streichfette übertrumpfen normale Butter zudem in Sachen Gesundheit.

So hält es die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Bericht fest, nachdem 23 Produkte hinsichtlich Geschmack, Inhaltsstoffe sowie der Streichfähigkeit getestet wurden.

Zwar ist der Geschmack der Streichfette dem von Butter sehr ähnlich, durch das enthaltene Rapsöl ist die Fettzusammensetzung jedoch deutlich gesünder.

Auch der Fettgehalt ist insgesamt niedriger: Die getesteten Streichfette liegen zwischen 57 und 78 Prozent Fett. Bei Butter sind es immerhin zwischen 82 und 90 Prozent.

Auch günstige Produkte können überzeugen

Geschmacklich trumpfte vor allem dieses Streichfett auf – derr Testsieger von Weihenstephan. Bei diesem notierten die Prüfer eine „aromatische Sahnenote, einen frischen, leicht milchsäurerlichen Geruch und Geschmack.“

Auf dem zweiten Platz landete der Butter-Ersatz Arla Bio Streichzart, welches 2006 als erstes Streichfett entwickelt wurde. Ebenfalls für „gut“ befunden, wurden die günstigen Eigenmarken von Rewe und Aldi Süd, die mit einem ordentlichen Anteil Rapsöl überzeugen konnten.

Gesunde Omega-3-Fettsäuren

Herkömmliche Butter besteht vor allem aus kurz- und mittelkettigen Fettsäuren. Diese sind für den Körper weder besonders gut noch besonders schädlich.

Wohingegen sich Rapsöl durchaus positiv auf die Gesundheit auswirkt. Der Grund: Das pflanzliche Fett enthält jede Menge mehrfach ungesättigte Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren.

Die Omega-3-Fettsäure DHA gilt als wichtiger Bestandteil von Zellmembranen im Gehirn sowie in den Augen und schützt diese Organe.

Darüber hinaus enthält Rapsöl einen hohen Anteil von Alpha-Linolensäure, die der Körper selbst nicht herstellen kann. Diese Fettsäure kann Entzündungen hemmen, die Blutgerinnung fördern und die Blutgefäße erweitern.

In der Bildergalerie: Die 10 Basics einer gesunden Ernährung

Pflanzlicher Anteil ist naturschonender

Neben den positiven Wirkungen auf den Körper, sind die ungesättigten Fettsäuren auch für die Streichfähigkeit verantwortlich. Denn sie werden beim Abkühlen nicht hart.

Und auch umweltbewusste Butterliebhaber brauchen ein nicht ganz so schlechtes Gewissen zu haben wie beim Verzehr herkömmlicher Butter.

Während das rein tierische Produkt unter den Lebensmitteln den größtenCO2-Fußabdruck erzeugt (die Produktion von einem Kilogramm Butter stößt bis zu 24 Kilogramm CO2 aus), sind die Werte der Variante mit beigesetzten Rapsöl etwas besser.

Der Natur wird allerdings nur einen Gefallen getan, wenn das fehlende tierische Produkt nicht durch umweltschädliches Palmöl ersetzt wird, für dessen Anbau ganze Regenwaldabschnitte gerodet werden.

Der Haken: Einige Streichfette enthalten Palmöl

Vor allem was den Palmölanteil innerhalb der Zutaten angeht, gibt es zwischen der getesteten Produkte recht große Unterschiede.

Die Streichfette werden zwar mit „Butter und Rapsöl“ beworben, jedoch verrät die Zutatenliste in vielen Fällen auch noch weitere Inhaltsstoffe.

Laut der Stiftung Warentest enthalten fünf der 23 getesteten Produkte beachtliche Mengen Palmfett, in zwei Produkten fanden die Tester Kokosfett. Beide Arten besitzen für pflanzliche Fette einen sehr großen Anteil an gesättigten Fettsäuren – sind also nicht sonderlich gut für den Körper

Wer genau wissen will, was er sich aufs Brot schmiert, sollte die Zutatenliste etwas genauer studieren.

Produkte mit hohen Anteil an Palm- und Kokosfett

Bei wem Palm- und Kokosfett keinesfalls auf den Tisch kommen sollte, sollte einen Bogen um die Produkte von Rama und Botterram machen. Diese enthalten beide fast 40 Gramm Palmfett pro 100 Gramm.

Damit ist dieser Anteil in den Produkten sogar höher als der von Rapsöl und Milchfett zusammen – gesund ist anders.

Auch Streichfette von Deli Reform, Norma und Netto sind mit Palmöl oder Kokosfett angereichert. Erkennbar ist dies nur beim gründlichen Lesen der Zutatenliste.

Bei den Produkten von Rama und Botterram wiesen die Tester zudem sogenannte 3-MCPD-Ester nach, die in sehr hohen Dosen möglicherweise krebserregend wirken.

Doch leichtes Aufatmen ist gegeben: An die momentan diskutierten Höchstwerte kommen beide Produkte nicht heran.

Ansonsten fiel der Test hinsichtlich möglicher Schadstoffe sehr gut aus. Weder Weichmacher noch Bestandteile wie Mineralöle konnten von den Testern nachgewiesen werden.

Quelle

  • Stiftung Warentest (2019): Alternativen zu Butter 14 von 23 Streich­fetten im Test sind gut, abgerufen am 29.10.2019 https://www.test.de/Mischstreichfett-Test-4493571-0/

Cornelia Bertram

*Der Beitrag „Stiftung Warentest: Streichfette gesünder als Butter – es gibt nur einen Haken!“ wird veröffentlicht von FitForFun. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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