Studie verdeutlicht: Antibabypille verkleinert wichtigen Teil des Gehirns

Studie verdeutlicht: Antibabypille verkleinert wichtigen Teil des Gehirns

2019-12-07

Die Pille ist zusammen mit dem Kondom das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Bei einer Umfrage im Jahr 2018 der Universitätsklinik Erlangen gaben 86 Prozent der Frauen an, die Pille zu nehmen.

Dass die Antibabypille aber auch Nebenwirkungen hat, ist mittlerweile bekannt. So ist beispielsweise das Thromboserisiko bei Frauen, die hormonell verhüten, äußerst erhöht.

Je nach Art der eingenommenen Hormonen liegt laut des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte das Risiko an einer Thrombose zu erkranken bei bis zu 12 von 10.000.

Doch nicht nur das. Eine neue Studie des Forscherteams um Dr. Professor Michael Lipton vom Albert Einstein College of Medicine, welche im ‚Radiological Society of North America‘ veröffentlicht wurde, bestätigte nun, dass das weibliche Gehirn durch die jahrelange Einnahme der Pille beeinflusst wird.

Pille verkleinert Hirnareal

Die Forscher aus den USA haben in ihrer Studie mit Hilfe von Magnetresonanztomographieaufnahmen (MRT) festgestellt, dass bei Frauen, die hormonell verhüten, der Hypothalamus kleiner ist als bei Probantinnen, die keine Pille nehmen.

Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns und steuert unter anderem die Atmung, den Kreislauf und die Körpertemperatur. Er ist für die Bildung verschiedener Hormone verantwortlich und beeinflusst so lebenswichtige Abläufe im Körper.

Auch das Sexualverhalten, den Appetit und der Stimmung beeinflusst der Hypothalamus.

Im Zuge der Studie wurden MRT-Aufnahmen von 50 Frauen gemacht, wovon 21 hormonell verhütet haben. Es zeigte sich, dass der Hypothalamus bei Frauen, die die Pille einnehmen, rund sechs Prozent kleiner war, als bei Frauen, die sie nicht verwenden.

„Wir haben eine dramatische Unterscheidung zwischen der Größe der Gehirnstrukturen zwischen Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen und welchen, die es nicht tun, gefunden“, so Dr. Michael Lipton, Professor der Radiologie am Albert Einstein College für Medizin in New York City.

Auswirkungen auf die Stimmung

Weitere Ergebnisse, die erst einmal als „vorläufig“ eingestuft wurden, zeigen, dass eine Verkleinerung des Hypothalamus eine Auswirkung auf die Stimmung hat und möglicherweise auch im Zusammenhang mit depressiven Symptomen stehen kann.

Ein Zusammenhang zwischen dem Volumen und kognitiven Leistungen wurde nicht herausgefunden.

Lipton betont, dass die Studie zeige, dass orale, hormonelle Verhütungsmittel einen Einfluss auf das Gehirn haben können. Jetzt sollen weitere Studien herausfinden, wie genau die Antibabypille auf Hirnareale wirkt und welche Folgen das hat.

Quellen

  • Oppelt, P. (2018): Situation of Adolescent Contraceptive Use in Germany. Abgerufen am 06.12.2019 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-0684-9838?articleLanguage=en#N69173
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2018): Venöse Thromboembolien und kombinierte hormonale Kontrazeptiva. Abgerufen am 06.12.2019. https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/KOK/_node.html
  • Radiological Society of North America: Study Finds Key Brain Region Smaller in Birth Control Pill Users. Abgerufen am 06.12.2019. https://press.rsna.org/timssnet/media/pressreleases/14_pr_target.cfm?id=2136

Luisa Hohenbrink

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