Die Ausdünnung des Apothekenmarktes – am Beispiel des Landkreises Kassel

Die Ausdünnung des Apothekenmarktes – am Beispiel des Landkreises Kassel

2019-02-26
Die Apothekenzahlen sind seit Jahren rückläufig.Zuletzt meldete die ABDA Anfang Februar 19.423 Apotheken. Wie bedrohlich dieLage in manchen Regionen werden könnte, zeigt sich am Beispiel des Landkreises Kassel:Denn dort könnte die Apothekenversorgung in den kommenden Jahren ausdünnen.Nach Angaben des Hessischen Apothekenverbandes gibt es dort neben dem Faktor Schließungen überdurchschnittlichviele Apothekeninhaber, die sich dem Rentenalter nähern und einen Nachfolgersuchen.

Bundesweitgeht die Zahl der Apotheken seit Jahren zurück. Im Kreis Kassel, einer ländlichgeprägten Region, könnte dieser Trend in den kommenden Jahren aber besondersdeutlich ausfallen. Wie die Hessisch Niedersächsische Allgemeine Zeitung (HNA) mitBerufung auf den Hessischen Apothekerverband (HAV) berichtet,liegt die Apothekendichte im Kreis Kassel schon jetzt leicht unter demDurchschnitt der anderen hessischen Landkreise. Gleichzeitig liege das Alterder Apothekeninhaber leicht über dem hessischen Durchschnitt von fast 63Jahren.

Ein gutes Drittel der 53 Inhaber imLandkreis Kassel (knapp 237.000 Einwohner) werde in den nächsten zehn Jahrendas Rentenalter erreichen. Diese Angaben bestätigte die Pressesprecherin desVerbandes, Katja Förster, gegenüber DAZ.online. In diesem Zusammenhang verwies sieauf eine hessenweite Versorgungsstudie mit Zahlen ausdem Jahr 2014, nach der die medizinischeVersorgungsdichte im Landkreis Kassel schon damals vergleichsweise niedrig war.So lag die Apothekendichte mit 3.970 Einwohnern pro Apotheke leicht unter demhessischen Durchschnitt der Landkreise (3.947 Einwohner pro Apotheke). Auch dieHaus- und Facharztdichte lagen im Landkreis Kassel unter dem hessischenDurchschnitt.

Sieben Schließungen, eine Eröffnung

Dass der Trend nach unten geht, zeigen auch die Daten der Neueröffnungen und Schließungen aus den vergangenen Jahren: Denn in absoluten Zahlen derhessischen Landesapothekerkammer zeigtsich, dass es von 2015 bis 2018 im Kreis Kassel siebenSchließungen von Apotheken, aber nur eine Neugründung gab. Bei der Apothekendichte hat sich die Lage im Landkreis seit 2014 somit weiter verschärft: Denn rein rechnerisch muss jetzt eine Apotheke rund 4470 Menschen versorgen. Zum Vergleich: Die bundesweite Apothekendichte liegt derzeit bei etwa 4200 Einwohner pro Apotheke.

Und auch in der kreisfreien Stadt Kassel geht der Trend in absoluten Zahlen nach unten: Laut hessischer Apothekerkammerkam es von 2015 bis 2018 zu sechs Apothekenschließungen, aber nur zu einerNeugründung. Aktuell gibt es dort, wie im Landkreis, 53 Apotheken. Die Versorgungsdichte ist in der Stadt Kassel aber besser. Die oben genannte Studie belegt, dass die Apothekendichtevon 3.312 Einwohnern je Apotheke schon 2014 die höchste der kreisfreien Städtein Hessen war. Auch die Haus- und Facharztdichte der Stadt Kassel lagen damals noch weit überdem Durchschnitt der kreisfreien Städte in Hessen. Durch die hinzu gekommenen Schließungen ist die Apothekendichte jedoch auch in der Stadt Kassel gesunken und liegt nun bei etwa 3700 Einwohner pro Offizin.

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