Heftige Periodenschmerzen: Was Frauen bei Endometriose helfen kann

Heftige Periodenschmerzen: Was Frauen bei Endometriose helfen kann

2019-02-12

Vortrag: Endometriose – ein oft unerkanntes Frauenleiden

Obwohl jedes Jahr rund 40.000 Frauen an Endometriose erkranken, ist das Frauenleiden noch immer vielen Menschen unbekannt. Vor allem zwei Dinge einen die Erkrankten: eine schmerzhafte Regelblutung und ein unerfüllter Kinderwunsch.

Erkrankung wird oft erst spät erkannt

Endometriose zählt zu den häufigsten, gutartigen Erkrankungen der Frau im fortpflanzungsfähigen Alter. Experten schätzen, dass in Deutschland jedes Jahr rund 40.000 Frauen neu daran erkranken. Häufig wird die Endometriose nicht frühzeitig erkannt – zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnosestellung vergehen hierzulande ungefähr sechs Jahre. Betroffene leiden unter heftigen Regelschmerzen, aber auch unter unerfülltem Kinderwunsch. Dr. Volker Müller, Chefarzt der Gynäkologie und gynäkologischen Onkologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, beleuchtete das Thema „Endometriose – ein oft unerkanntes Frauenleiden“ in einem Vortrag.

Vielzahl von Symptomen

Wie in einer Mitteilung der Diakonie in Südwestfalen erklärt wird, wird bei der Endometriose versprengte Gebärmutterschleimhaut dort entdeckt, wo sie nicht hingehört – nämlich außerhalb der Gebärmutter.

Auftreten kann diese dann etwa an der Gebärmuttermuskulatur, am Eileiter, aber auch an Enddarm, Blase, im Bauchraum „und seltener in Lunge oder Gehirn“, erläuterte Dr. Müller.

Egal wo im Körper sich die Gebärmutterschleimhaut ansiedelt – den normalen Zyklus der Frau durchläuft sie mit, was der Betroffenen verschiedene Probleme bereiten kann.

Patientinnen klagen über eine Vielzahl von Symptomen wie Migräne, Bauchschmerzen oder Übelkeit.

Laut Dr. Müller einen die Erkrankten zwei Dinge: eine schmerzhafte Regelblutung und ein unerfüllter Kinderwunsch.

Betroffene müssen meist operiert werden

Den Angaben zufolge gibt es einige Theorien dazu, wie die Krankheit entsteht.

Ein Ansatz geht demnach davon aus, dass die Schleimhautzellen von ihrem Ursprungsort, also der Gebärmutterhöhle, wegtransportiert werden und sich andernorts wieder ansiedeln. Das könne bei der Monatsblutung passieren.

Zudem sei eine Neubildung von Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutterhöhle möglich. „Auch eine genetische Veranlagung ist nicht auszuschließen“, sagte Dr. Müller. Die Endometriose wird durch eine Bauchspiegelung diagnostiziert.

Behandelt wird die Krankheit meist durch eine Operation. Möglich ist auch – teilweise in Kombination mit dem operativen Eingriff – eine medikamentöse Therapie. Deren Ziel ist es, den Östrogenspiegel zu senken.

Daraus resultiert ein Ausbleiben der Regelblutung. Daneben müssen laut dem Mediziner konsequent Schmerzmittel – sogenannte Analgetika – eingenommen werden.

Positive Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden

Neben den schulmedizinischen Behandlungsmethoden sind bei Endometriose, insbesondere nach einer Operation, auch alternative Heilmethoden denkbar.

Im Vordergrund stehen dabei die Ziele, „die Symptome zu reduzieren, die Schmerzen zu verringern und das Wohlbefinden der Frau physisch und psychisch wieder herzustellen oder zu stärken“, schreibt die Endometriose-Vereinigung Deutschland auf ihrer Webseite.

Der Vereinigung zufolge gibt es bereits positive Erfahrungen mit Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie und der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Die Erkrankung kann zudem durch eine sinnvolle Umstellung der Ernährung, die Reduktion von Stress und durch moderate Bewegung positiv beeinflusst werden.

„Was nicht schadet ist eine mediterrane Ernährungsweise sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin“, so Dr. Müller.

Der Experte legte Betroffenen ferner ans Herz, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen oder Yoga– und Akupunktur-Angebote zu nutzen.

Erkrankung kann nach der Therapie wiederkehren

Dr. Müller wies allerdings darauf hin, dass die Endometriose auch nach der Therapie wiederkehren kann: „Sie ist häufig eine chronische Erkrankung“, erklärte der Mediziner.

Deshalb sei es wichtig, dass Patientin und Arzt genau absprechen, wie ausgedehnt eine Operation mit Entfernung der Endometrioseherde sein soll und wie lange eine medikamentöse Therapie durchgeführt wird.

Für Frauen mit diagnostizierter Erkrankung und einem länger bestehendem unerfülltem Kinderwunsch ist zudem eine „Kinderwunschbehandlung“ wie eine in vitro-Fertilisation, zu erwägen. (ad)

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