Mann wachsen nach Einnahme von Medikament Brüste – acht Milliarden Dollar Schadensersatz

Mann wachsen nach Einnahme von Medikament Brüste – acht Milliarden Dollar Schadensersatz

2019-10-11

Das Psychopharmakum Risperdal wird bei Schizophrenie und bipolaren Störungen verschrieben. Nun warf ein Mann dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson vor, ihm seien davon Brüste gewachsen. Er klagte und bekam Recht: Der Konzern muss ihm acht Milliarden Dollar (rund 7,3 Milliarden Euro) Schadensersatz wegen fehlender Informationen über die Nebenwirkungen zahlen. Das hat ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Pennsylvania am Dienstag entschieden. Johnson & Johnson kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen und bezeichnete das Urteil als „absolut unverhältnismäßig“ und „unbegründet“.

Das Unternehmen sei „zuversichtlich, dass das Urteil gekippt“ werde. Tatsächlich ist es in den USA durchaus üblich, dass solch hohe Schadenersatzurteile in höheren Instanzen revidiert oder stark reduziert werden. Wenn es zu rechtswirksamen Entscheidungen kommt, bei denen Unternehmen den Klägern wirklich Geld zahlen müssen, vergehen oftmals Jahre.

Zehntausende Klagen gegen den Konzern

Im aktuellen Fall hatte eine Jury dem Kläger bereits 2015 eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Dollar zugesprochen, die später auf 680 000 Dollar gesenkt wurde. Dabei ging es zunächst aber nur um den regulären Schadenersatz. Nun hatten die Geschworenen über den sogenannten Strafschadenersatz zu befinden, der im US-Recht als Zusatzsanktion in besonders schweren Fällen verhängt werden kann. Hier kommt es immer wieder vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismäßig betrachtet und verringert werden.

So oder so ist der Fall für Johnson & Johnson aber brisant, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist. Der Pharmariese ist rechtlichen Ärger gewohnt. Auch bei der Klagewelle gegen Firmen, die mit süchtig machenden Schmerzmitteln zur Opioid-Krise und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben sollen, ist das Unternehmen aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey unter den Beschuldigten. Zudem muss es sich zahlreichen Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Pflegemittels „Baby Powder“ stellen.

Risperdal ist seit 1993 in den USA zugelassen und hat Einnahmen in Höhe von rund 737 Millionen Dollar erzielt. 

Neu in Gesundheit



Quelle: Den ganzen Artikel lesen