Nach plötzlichem Tod von Box-Legende: Was du über Nierenkrebs wissen solltest

Nach plötzlichem Tod von Box-Legende: Was du über Nierenkrebs wissen solltest

2018-12-09

Es war wie ein Schock, als der deutsche Boxweltmeister Graciano Rocchigiani im Alter von 54 Jahren bei einem Autounfall in Italien starb. Nur wenige Wochen später muss sich die Sportwelt von einer weiteren Boxkampf-Legende verabschieden. Für 2018 plante der dreifache Weltmeister im Supermittelgewicht sein Comeback – doch seine Gesundheit ließ das erneute Aufblühen der Karriere nicht mehr zu. Am dritten Dezember starb der Sportler an Nierenkrebs. Hier klären wir, was die Krankheit ausmacht, woran man sie erkennt und wann eine Vorsorgeuntersuchung am sinnvollsten ist.

Was genau ist Nierenkrebs?

Bei Nierenkrebs handelt es sich um eine seltene Tumorerkrankung. 2014 zählte das Robert Koch Institut etwa 9.480 Neuerkrankungen bei Männern und 5.480 Neuerkrankungen bei Frauen. Somit kommt Nierenkrebs deutlich häufiger bei Männern als bei Frauen vor. Die Zahlen seien, laut Angaben des Instituts, seit dem Ende der 1990er Jahre bei den Männern kontinuierlich gestiegen, während sie bei den Frauen sanken.

Die häufigste Art des Tumors ist das Nierenkarzinom. Meist sind Erwachsene im mittleren bis hohem Alter betroffen. Desto früher der Krebs erkannt wird, desto besser kann man ihn behandeln.

Tritt die Erkrankung bereits im früheren Alter auf und sind auch andere Familienangehörige betroffen, so ist es höchst wahrscheinlich, dass die Krankheit vererbt wurde. Der deutschen Krebsgesellschaft zufolge trifft dies jedoch nur in vier von 100 Fällen zu.

Diese Symptome sollten Sie kennen

Solange der Tumor klein ist und sich der Krebs noch nicht ausbreiten kann, sind auch die Symptome nicht eindeutig. Deshalb ist es schwierig, Nierenkrebs im frühen Stadium zu diagnostizieren. Meist wird der Tumor zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung im Bereich des Bauches entdeckt. In späteren Phasen der Erkrankung sind die Anzeichen schon deutlicher. Sollten Sie Blut im Urin sehen oder in der Lendengegend einen Knoten fühlen, suchen Sie einen Arzt auf! Auch erhöhtes Fieber, ständige Müdigkeit, nächtliches Schwitzen sowie Brechreiz verbunden mit Appetitlosigkeit können Symptome von Nierenkrebs sein. Doch lassen Sie sich nicht verrückt machen – Blut im Urin kann beispielsweise auch auf einen Nierenstein hinweisen. Auch Müdigkeit und Fieber sind nicht immer Indikatoren für einen Tumor. Bevor Sie sich selbst diagnostizieren, lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen – auch, um sicherzugehen.

Wie wird Nierenkrebs behandelt?

In den meisten Fällen von Nierenkrebs ist nur eine Niere betroffen. Der einzige Weg die Ausbreitung des Krebses zu verhindern, ist die operative Entfernung der Niere. Wird der Tumor in einem späteren Stadium der Erkrankung entdeckt, greifen Ärzte auf Strahlen- und Chemotherapien zurück. Auch Immuntherapien und medikamentöse Therapien sind möglich.

Berichte, Videos, Hintergründe: Von Montag bis Freitag versorgt Sie FOCUS Online mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Gesundheitsressort. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren.

Wie kann ich das Risiko einer Erkrankung vermindern?

Wie bei den meisten Krankheiten sind auch hier die Risikofaktoren nicht vollends geklärt. Doch es gibt eine Angewohnheit, der Sie sich entledigen sollten, wenn Sie das Risiko minimal halten wollen. Dazu gehört das Rauchen als auch das Passivrauchen. Der deutschen Krebsgesellschaft zufolge nimmt das Risiko, an Nierenkarzinom zu erkranken, mit jeder gerauchten Zigarette zu. Deshalb lohne es sich immer mit dem Rauchen aufzuhören. Das hat auch gleich mehrere Vorteile. Es mindert nicht nur das Risiko für Nierenkrebs – 25 bis 30 Prozent aller Krebsarten sind auf den Nikotinkonsum des Patienten zurückzuführen. Auch Übergewicht und die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, die oftmals mit hohem Blutdruck verbunden ist, sind Faktoren, die den Krebs begünstigen.

Vorsorge

Ab einem Alter von etwa 45 Jahren ist eine jährliche Ultraschalluntersuchung eine Option. So wird der Tumor schon frühzeitig erkannt und lässt sich einfacher entfernen und behandeln.

Fazit

Bei Nierenkrebs handelt es sich um eine eher seltene Tumorerkrankung, die in den meisten Fällen bei Männern im mittleren bis hohem Alter auftritt. Desto früher der Tumor erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Sollten Sie Blut im Urin haben oder in der Lendengegend einen Knoten ertasten, suchen Sie einen Arzt auf. Rauchen, Übergewicht und hoher Blutdruck erhöhen das Risiko einer Erkrankung.

Dieser Artikel wurde verfasst von Angelika Watta

Quelle: Den ganzen Artikel lesen