Studie zeigt: Vitamin-D reduziert das Risiko tödlich verlaufender Krebserkrankungen

Studie zeigt: Vitamin-D reduziert das Risiko tödlich verlaufender Krebserkrankungen

2019-06-11

Vitamin-D schützt vor einem Tod durch Krebs

Laut einer neuen Studie scheint die Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels durch eine tägliche Nahrungsergänzung zu bewirken, dass Menschen eine um 13 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit haben an Krebs zu versterben.

Bei der aktuellen Untersuchung der Michigan State University und dem Hurley Medical Center wurde festgestellt, dass eine tägliche Einnahme von Vitamin-D über Nahrungsergänzungsmittel vor einem vorzeitigen Tod durch Krebserkrankungen schützt. Die Ergebnisse dieser Studie und zwei anderen Untersuchungen zum Thema Vitamin-D wurden auf der Konferenz der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin-D scheint vor einem Tod durch Krebs zu schützen. (Bild: blackzheep/fotolia.com)

Woher bezieht der Körper Vitamin-D?

Vitamin-D wird natürlich vom Körper bei Sonneneinstrahlung hergestellt. Moderne Lebensgewohnheiten führen jedoch dazu, dass die meisten Menschen viel mehr Zeit in Gebäuden verbringen und deswegen nicht genügend Vitamin-D produzieren. Forschende haben bei einer Untersuchung herausgefunden, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel mehr als doppelt so häufig an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken und ein höheres Darmkrebsrisiko aufwiesen. Die aktuelle Studie mit 79.000 Teilnehmenden ergab, dass die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Vitamin-D für mindestens drei Jahre mit einem um 13 Prozent verringerten Sterberisiko für jede Krebsform im späteren Leben verbunden war. Eine andere Studie zu diesem Thema ergab, dass die tägliche Einnahme einer Vitamin-D-Pille zusammen mit einem Statin zu einer Verringerung der Todesfälle durch Prostatakrebs um fast 40 Prozent führte.

Sollten wir Lebensmitteln Vitamin-D hinzufügen?

Die Forschungsarbeiten zu dem Thema verstärken Diskussionen darüber, gängigen Lebensmitteln wie Milch oder Brot Vitamin-D hinzuzufügen. Eine Vorgehensweise, die in den USA, Kanada, Schweden, Finnland und Australien bereits angewendet wird.

Diese Lebensmittel enthalten viel Vitamin-D

Während Vitamin-D eigentlich bei Sonneneinstrahlung entsteht, kann es auch durch den Verzehr von Leber, Eiern, rotem Fleisch und reichlich fettem Fisch gewonnen werden. Es gibt aber Millionen von Menschen, die nicht genug von diesen Nahrungsmitteln zu sich nehmen oder gerade in den trüben Wintermonaten nicht genügend Sonnenschein abbekommen.

Vitamin-D kann für Menschen mit Krebs besonders wichtig sein

Die Studie, die feststellte, dass das Risiko für Krebs um 13 Prozent gesenkt werden kann, analysierte die Daten von zehn Studien mit Erwachsenen im Alter von durchschnittlich 68 Jahren. „Der Unterschied in der Mortalitätsrate zwischen der Vitamin-D-Gruppe und der Placebo-Gruppe war statistisch signifikant genug, um zu zeigen, wie wichtig Vitamin-D für die Krebsvermeidung in der Bevölkerung sein könnte“, erklärt Studienautor Tarek Haykal von der Michigan State University in einer Pressemitteilung.

Schutzwirkung vor Tod durch Prostatakrebs war massiv

Die Studie des Madrid University Hospital in Spanien, an der 2.280 Männer teilnahmen, ergab, dass diejenigen, die Standardbehandlungen für Prostatakrebs erhielten und zusätzlich Vitamin-D und ein Statin einnahmen, eine um 38 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit hatten, frühzeitig zu versterben, verglichen mit Patienten, welche weder Vitamin-D noch Statine einnahmen.

Sollten wir in den Wintermonaten Vitamin-D einnehmen?

Es wäre zu begrüßen, wenn mehr Onkologen und Hausärzte darüber nachdenken würden, ihren Patienten Vitamin-D zu verschreiben, da es viele Vorteile mit nur minimalen Nebenwirkungen bietet, berichten die Forschenden. Und gerade in Ländern mit geringer Sonneneinstrahlung seien im Winter Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin-D zu empfehlen.

Wirkt sich Vitamin-D auf Säuren im Körper aus?

Die Forschenden wissen nicht genau, wie Vitamin-D den Krebs bekämpft, aber von einigen Experten wird angenommen, dass es ein Enzym produziert, welches sozusagen die natürlichen Säuren im Körper entgiftet. Eine Verringerung der Wirksamkeit dieser Säuren kann dazu beitragen, dass sie nicht mehr den inneren Organen schaden, was wiederum das Krebsrisiko senkt.

Bewegung schützt vor einem frühzeitigen Tod

Eine Reihe von Studien, welche ebenfalls auf der Konferenz in Chicago vorgestellt wurden, ergab außerdem, dass Menschen, welche auf ausreichende Bewegung achten, dadurch ihre Wahrscheinlichkeit frühzeitig zu versterben um bis zu einem Drittel reduzieren können. Die Verschreibung von Schrittzählern oder sogenannten Fitness-Trackern bei Krebspatienten könnte diese ermutigen, sich mehr zu bewegen, und dies könnte laut den Forschenden das Überleben der Patienten erheblich verbessern. (as)

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