Frankreich führt Gratiskondome ein

Franzosen erhalten Pariser künftig auf Rezept: Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, können sich alle Bürger ab dem 10. Dezember Kondome vom Arzt oder von einer Hebamme verschreiben lassen. Das Gesundheitsministerium will damit den Kampf gegen das Immunschwächevirus HIV verstärken.

Gesundheitsministerin Agnès Buzyn sagte dem Sender France Inter, alle Franzosen könnten sich künftig „Schachteln mit sechs, zwölf oder 24 Präservativen bei einer Apotheke abholen“. Dieses gilt allerdings nur für die recht günstige Marke Eden. Der französische Hersteller Majorelle hatte sich im Sommer von den Gesundheitsbehörden bescheinigen lassen, dass seine Kondome erstattungswürdig seien. Die Kosten trägt die Krankenkasse.

„Neuen Schwung für das Image des Präservativs“

Majorelle erklärte, Kondome auf Rezept „brächten neuen Schwung für das Image des Präservativs“. Damit werde deutlich, dass es sich „nicht nur um ein Sexspielzeug“ handele, sondern um ein „unerlässliches Mittel zur Prävention“ – gerade für junge Männer, die wenig Geld hätten.

In Frankreich werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums jedes Jahr rund 6000 neue HIV-Infektionen gezählt. Damit liegt die Zahl deutlich höher als in Deutschland: Hier infizierten sich Schätzungen zufolge 2017 insgesamt 2600 Personen mit dem Virus.

HIV wird meistens beim Sex übertragen. Unbehandelt führt eine Infektion zu einer zunehmenden Schädigung des körpereigenen Abwehrsystems und darauffolgend auch oft zum Tod. Mit Medikamenten lässt sich die Entwicklung der Immunschwächekrankheit Aids heute aber verhindern. Bei erfolgreicher Therapie kann die Viruslast im Körper von HIV-positiven Menschen außerdem so weit abgesenkt werden, dass die Betroffenen nicht mehr ansteckend sind.

Neben HIV schützen Kondome noch vor einer Reihe weiterer Geschlechtskrankheiten, darunter Chlamydien, Hepatitis B, Syphilis, Feigwarzen, Genitalherpes und Tripper.

Im Video: HIV positiv – Mein Leben mit dem Virus


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