Hitzesommer 2018 führte zu Rekord bei Badeverboten

Hitzesommer 2018 führte zu Rekord bei Badeverboten

2019-08-11

Der Hitzesommer 2018 hat zu einer Rekordzahl von Badeverboten wegen Blaualgenblüten geführt. Im vergangenen Jahr meldeten die Länder 47 Badeverbote wegen erhöhten Aufkommens an Blaualgenblüten – 2017 gab es lediglich 18 solcher Verbote, wie der „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen berichtete. Von 2011 bis 2016 wurden demnach jeweils nie mehr als 15 Badeverbote gemeldet.

Blaualgen sind Bakterien ohne Zellkern. Ihre Farbe kann je nach Art schwanken, oft erscheinen sie nicht blau, sondern grün. Einige wenige der meist harmlosen Cyanobakterien bilden Giftstoffe, die die Haut und Schleimhäute von Badenden reizen können. Beim Verschlucken des Wassers drohen außerdem Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, aber auch Atemwegserkrankungen.

Bei viel Sonnenschein und anhaltend sehr warmen Temperaturen können sich die Bakterien plötzlich und massenhaft vermehren. Die Grünen-Naturschutzexpertin Steffi Lemke wertete die Entwicklung im Jahr 2018 als Beleg, dass die Klimakrise sich auf alle Lebensbereiche auswirke. „Statt kühler Erfrischung drohen in Hitzesommern wie 2018 in Zukunft Badeverbote“, sagte Lemke dem „Tagesspiegel“. Blaualgen und andere Bakterien profitierten von den Extremwetterereignissen und den nährstoffbelasteten Gewässern.

Cyanobakterien gefährden die Umwelt, wenn große Mengen an landwirtschaftlichen Abfallprodukten in den Gewässern landen und diese überdüngen. Lemke kritisierte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung. Diese lege „seit Jahren die Hände in den Schoß, wenn es um wirksame Maßnahmen gegen die Vergüllung in der Landwirtschaft und unsere Badeseen geht“. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) blockiere „weiterhin eine Düngeverordnung, die EU-Recht einhält und unsere Gewässer und das Grundwasser schützt“.

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