Milben –Arten, Vorkommen und Bekämpfung

  • Hausstaubmilben sind normalerweise unbedenklich für Menschen, ihre Ausscheidungen können allerdings Allergien verursachen.
  • Gegen Hausstaubmilben hilft das regelmäßige Waschen des Bettzeugs bei 60 Grad Celsius.
  • Andere Milbenarten wie zum Beispiel Haarbalgmilben beeinträchtigen die Gesundheit direkt und können starken Juckreiz auslösen.
  • Krätzmilben verursachen die Krätze, auch Skabies genannt, die zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten zählt.

Inhaltsverzeichnis

Verschiedene Milbenarten

Am bekanntesten ist die Hausstaubmilbe, gefolgt von Haarbalgmilben, Grasmilben und Krätzmilben. Die Hausstaubmilbe schadet dem Menschen durch ihre Ausscheidungen, wobei die drei anderen Milben den Menschen direkt „angreifen.“

Hausstaubmilben

Eigentlich sind die Hausstaubmilben absolut harmlos. Sie schaden uns nicht. Was uns jedoch schaden kann, sind ihre Ausscheidungen. Die Hausstaubmilbe ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie macht sich mit ihrer Größe von 0,1 bis 0,5 Millimetern in unserem Bett breit, ohne dass wir sie sehen.

Die Ausscheidungen sind jedoch eine der wichtigsten Allergene, die sich im Haus befinden können. Leider fragen die Milben nicht, bevor sie sich in unseren Wohnungen niederlassen. Sie fühlen sich wohl im Bett, auf Matratzen, im Bettzeug, auf Kissen, Teppichen und sogar auf Kuscheltieren. Und was das Schlimmste daran ist – auch die penibelste Hygiene kann die Plagegeister nicht vertreiben.

In der Fachsprache werden sie als sogenannte Dermatophagoides bezeichnet, was so viel wie „Hautfresser“ bedeutet. Sie ernähren sich am liebsten von menschlichen Hautschuppen. Aber auch Schimmelpilze gehören zu ihren Delikatessen. So eine kleine Milbe kann bis zu 100 Tage alt werden. Diese Tierchen leben zu Tausenden in einem Gramm Hausstaub – was unvorstellbar ist und, wenn man daran denkt, bereits Ekel und Juckreiz auslösen kann.

Wie schon erwähnt, leben Milben am liebsten im Bett. Dort ist es kuschelig warm, die Luftfeuchtigkeit ist perfekt und wir Menschen liefern ihnen noch dazu unsere Hautschuppen, ihre Lieblingsspeise, und zwar pro Erwachsenen ungefähr 1,5 Gramm täglich.

Hausstauballergie

Allein das Dasein der winzigen Lebewesen beeinträchtigt uns Menschen nicht. Jedoch können die kleinen Ausscheidungen der Milben, genauer die Eiweißbestandteile des Kots, eine Allergie auslösen. Diese Form der Allergie ist sehr verbreitet. Der Kot der Milben trocknet und wird zu Staub. Der wirbelt durch die Luft und wird eingeatmet, was Niesen, rote Augen und eine verstopfte Nase zur Folge haben kann. Ein allergisches Asthma ist ebenso möglich.

Tipps zur Reduzierung von Hausstaubmilben

Die Hausstaubmilben, beziehungsweise ihre Ausscheidungen, können durch das Waschen in der Waschmaschine bei 60°C beseitigt werden. Kuscheltiere, die diese hohe Temperatur nicht vertragen, werden für mindestens einen ganzen Tag eingefroren.

Die Temperatur im Schlafzimmer sollte 18°C nicht überschreiten, da die Milben ein warmes Klima bevorzugen. Wichtig ist, dass die Wohnung trocken bleibt – also besser auf Luftbefeuchter verzichten. Die Matratze sollte regelmäßig, spätestens nach acht Jahren, ausgetauscht werden. Spezielle Milbenschutzbezüge für Matratze, Bettdecken und Kissen bieten Schutz gegen die kleinen Biester.

Auch wenn im Sommer gerne Ventilatoren oder kleine Klimaanlagen im Schlafzimmer aufgestellt werden, so ist dies kontraproduktiv. Dadurch wird noch mehr Staub aufgewirbelt.

Die Bettwäsche, aber auch die Zudecke und das Kissen, sollten regelmäßig bei mindestens 60°C gewaschen werden.

Ein feuchtes, regelmäßiges Wischen der Wohnung ist zu empfehlen. Im Schlafzimmer wird am besten auf Vorhänge, Bücherregale und Dekomaterialien verzichtet. Dies sind alles zusätzliche Staubfänger. Auch ist, damit der Schweiß aufgesaugt wird, in der Nacht das Tragen eines Schlafanzuges zu empfehlen.

Im Handel sind Milbensprays erhältlich, die aus den Hautschuppen für die Milben eine ungenießbare Mahlzeit machen. Bevorzugen Sie Sprays mit natürlichen Wirkstoffen, wie zum Beispiel Mahalin (gewonnen aus kaltgepresstem Öl des Neembaum).

Versuchen Sie, auf Staubfänger in der Wohnung wie Teppiche, Teppichböden und Vorhänge zu verzichten. Kuscheltiere werden am besten regelmäßig in der Waschmaschine gewaschen. Da eine Temperatur von 60°C nötig ist, ist das häufig jedoch nicht möglich. Dann verbringen die Lieblinge eben einen Tag im Gefrierfach.

Haarbalgmilben

Haarbalgmilben können sowohl Menschen als auch Tiere ärgern. Diese Milben wohnen gerne im Haarfollikel. Sie sind durchsichtig und sie ernähren sich von Hauttalg. Vor allem das Gesicht, insbesondere die Nase, aber auch andere Körperstellen wie der Kopf, die Beine, Augenlider, die Nase oder sogar die Genitalien sind Orte, an denen sich so eine Haarbalgmilbe wohlfühlt.

Diese kleinen Biester kommen häufig vor, vor allem mit zunehmendem Alter. Sie können ohne ihren Wirt nicht leben, schaden ihm in der Regel aber auch nicht und die Meisten merken nie etwas von ihrer Existenz. Sie werden durch Gesichtskontakt oder über die Bettwäsche weitergegeben.

Befinden sich jedoch sehr viele Haarbalgmilben, zum Beispiel an unteren oder oberen Lidrändern, so kann dies zu Schwellungen, Entzündungen und Juckreiz führen. Die Forscher sind sich nicht sicher, ob nicht auch andere Hauterkrankungen wie zum Beispiel Akne oder Rosacea durch das Vorhandensein von Haarbalgmilben begünstigt werden.

Grasmilben

Grasmilben (auch Herbstmilben genannt) leben im trockenen Gras, warten in erster Linie auf Nage- oder Haustiere – hin und wieder auch auf Menschen – und beißen dann zu. Genauer gesagt verletzen deren Larven mit ihren Beißwerkzeugen die oberste Hautschicht und geben dort ihren Speichel ab, der dann für den Juckreiz zuständig ist. Daraufhin entwickeln sich kleine rote Quaddeln und ein starker Juckreiz, der bis zu zwei Wochen lang anhalten kann.

Normalerweise sind diese Quaddeln harmlos, jedoch können sie sich, gerade bei Kindern, durch starkes Aufkratzen infizieren. Dies gehört dann in die Hand eines Arztes. Um den Juckreiz zu stillen, hilft das Betupfen mit 70-prozentigem Alkohol. Auch werden juckreizstillende Gele verordnet.

Aus der Naturheilkunde hilft das Auftragen eines reinen Aloe Vera Gels, das Betupfen mit kolloidalem Silber oder das Einreiben mit Kokosöl. Wenn es sich nur um ein paar Stiche handelt, können diese mit einem hochwertigen Teebaumöl oder Lavendelöl betupft werden. Gegen den Juckreiz hilft das homöopathische Mittel Rhus toxicodendron.

Von den Grasmilben werden vor allem Hunde, Katzen und Nagetiere befallen. Normalerweise ist der Befall nicht schlimm, aber viele Hunde reagieren zum Beispiel mit massivem Juckreiz, sie beißen sich mitunter blutig, die Stellen entzünden sich und dann muss der Hund zum Tierarzt. Je nach Ausprägung werden Präparate gegen Juckreiz und Entzündungen verordnet. Eventuell wird dazu noch ein spezielles Shampoo empfohlen. Natürliche Mittel sind Präparate mit Neemöl, Kokosöl oder Schwarzkümmelöl.

Von Mai bis Oktober sollten Sie nach jedem Spaziergang Ihren Vierbeiner untersuchen. Waren Milben am Werk, wird dies durch rötlichen Schorf sichtbar. Dieser kann ganz einfach mit warmem Wasser entfernt werden. Damit die Grasmilben erst gar nicht angreifen, verschreiben Tierärzte chemische Mittel.

Wer diese nicht verwenden möchte, greift zu natürlichen Präparaten, die Zitroneneukalyptus enthalten. Hilfreich ist auch das Einreiben des Fells mit Kokosöl. Das mögen die Milben nicht, die Hunde aber umso mehr. Damit werden die Hunde vor dem Spaziergang behandelt. Die wichtigen Stellen sind der Bauch, der Bereich zwischen den Zehen und hinter den Ohren.

Krätzmilben

Durch die Krätzmilben wird eine Hauterkrankung, die Krätze oder auch Skabies genannt, verursacht. Der Name Skabies leitet sich von dem Wort „scabere“ = „kratzen“ ab. Die kleinen Parasiten graben kleine Gänge in die Haut, in denen sie sich „verstecken“. Bei Erwachsenen sind vor allem Stellen, wie der Bereich zwischen Fingern und Zehen, die Achseln und der Genitalbereich befallen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kommen noch die Kopfhaut und die Innenflächen von Händen und Füßen hinzu.

Das Hauptsymptom ist der nahezu unerträgliche Juckreiz. Die Haut ist gerötet, schuppig und mit kleinen Pusteln bedeckt. Unter der Lupe lassen sich die rötlich-braunen Milbengänge entdecken. Die Betroffenen sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser verordnet Anti-Milben-Präparate als Cremes oder Salben und eventuell noch dazu eine orale Therapie.

Ansteckung und Behandlung von Krätze

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Hautkontakt, wie intensives Umarmen, Schlafen in demselben Bett, enges Zusammenleben, Geschlechtsverkehr, gemeinsames, enges Spielen und das gemeinsame Benutzen von Handtüchern. Erst circa zwei bis fünf Wochen nach Ansteckung treten die ersten Symptome auf. Krätzmilben, die weltweit verbreitet sind, brauchen für ihr Überleben einen Wirt, in diesem Fall den Menschen. Ohne diesen können sie aber noch für maximal zwei Tage in Bettwäsche, Teppichen, Polstern und Decken weiterexistieren.

Tritt Skabies in einer Gemeinschaftseinrichtung, wie zum Beispiel einem Kindergarten auf, so muss dies unverzüglich dem Gesundheitsamt gemeldet werden, da sie zu den sogenannten Infektionskrankheiten zählt, die unter die Meldepflicht fallen. Alle mitbeteiligten Personen, die im Kontakt mit den Erkrankten stehen, müssen mitbehandelt werden.

Krätze ist eine Erkrankung, die normalerweise nur dort auftritt, wo sich viele Menschen zusammen aufhalten wie Pflegeheime, Flüchtlingsunterkünfte, Kindergärten und Ähnliches. Aber auch in unsauberen Billig-Unterkünften ist eine Verbreitung möglich. Wer unter einem geschwächten Immunsystem leidet, kann sich damit leichter anstecken.

Durch das Verwenden von Anti-Milben-Mitteln sollen die Milben in der Haut abgetötet werden. Jedoch haben einige dieser Präparate starke Nebenwirkungen. Bei Kindern, Schwangeren und Stillenden muss deshalb sehr vorsichtig therapiert werden. Der Verlauf der Krankheit wird regelmäßig vom Arzt kontrolliert.

Auch wenn diese Plagegeister erfolgreich beseitigt sind, können Juckreiz und Hautveränderungen für einige Wochen bleiben. Dies wird postinfektiöses Ekzem genannt. Bestandteile der Parasiten können in der Haut persistieren und somit eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Dies wird mit antientzündlichen Salben oder Cremes behandelt.

Die Naturheilkunde hält die homöopathischen Mittel Psorinum und Sulfur zur Behandlung von Krätze parat. Äußerlich aufgetragen hilft ein fünfprozentiges Teebaum– oder Lavendelöl. Ein alt verbreitetes Hausmittel ist das Betupfen der befallenen Stellen mit einer Essig-Wasser-Lösung.

Allgemeine Tipps bei Krätzmilbenbefall

Neben der medikamentösen Therapie sollten unbedingt auch weitere Maßnahmen durchgeführt werden, damit sich die Milben nicht weiter verbreiten. Bettwäsche, Kissen, Handtücher und Unterwäsche müssen unbedingt regelmäßig bei 60° C gewaschen werden. Die Dinge, die nicht gewaschen werden können, werden für mindestens vier Tage in einen Plastiksack gestopft. Polster und Teppiche werden täglich gründlich abgesaugt.

In der Regel sind die Personen, die mit einem Anti-Milben-Mittel behandelt werden, acht bis zwölf Stunden danach nicht mehr ansteckend. Durch die geeignete, ordnungsgemäß durchgeführte Therapie werden die Krätzmilben abgetötet. Nur bei einem geschwächten Immunsystem sind komplizierte Verläufe möglich.

Die Borkenkrätze

Die Borkenkrätze (Scabis norvegica) ist eine besondere Form der Krätze, bei der die meistens immungeschwächten Personen unter einem ganz massiven Milbenbefall leiden. Die Ansteckungsgefahr wächst mit der Anzahl der Milben. So kann jede einzelne Hautschuppe, die ein an Borkenkrätze Erkrankter verliert, mit mehreren Tausend Milben behaftet sein. Diese Betroffenen werden isoliert und die Pflegekräfte müssen Schutzkleidung tragen, da die Borkenkrätze hoch ansteckend ist.

Zusammenfassung

Bei wiederkehrenden allergischen Reaktionen, bei infizierter Haut nach Milbenbissen und vor allem bei Verdacht auf eine Skabies-Erkrankung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Eventuell sind Medikamente nötig. Gerade bei der Krätze muss schnell gehandelt werden, alle eventuell Mitbetroffen müssen mitbehandelt werden, um so schnell wie möglich die Ansteckung einzudämmen. (sw)

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