Viele Männer leiden an Peyronie – doch kaum einer spricht über Peniserkrankung

Viele Männer leiden an Peyronie – doch kaum einer spricht über Peniserkrankung

2020-01-15

Betroffene bemerken vielleicht zunächst eine seltsame Verhärtung am Penis. In der Folge verkürzt sich dieser womöglich, krümmt sich stark oder es treten massive Erektionsprobleme auf. Diese Symptome können auf Peyronie hindeuten. Die Bindegewebserkrankung wird im Fachjargon Induratio penis plastica (IPP) genannt. "Induratio" bedeutet Einziehung. Zu den Betroffenen gehören in erster Linie Männer ab 40 Jahren. Die Behandlung kann bis zur Operation führen. (Lesen Sie auch: Der perfekte Penis? Unsere Expertin sagt Ihnen, worauf es ankommt)

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Peyronie betrifft viele Männer

Über die Verbreitung von Peyronie kursieren sehr unterschiedliche Angaben. Der britische "Guardian" berichtete kürzlich ohne Angabe von Quellen, dass bis zu jeder zehnte Mann erkranken kann. Das Deutsche Zentrum für Urologie und Phalloplastische Chirurgie spricht in einem Online-Ratgeber von rund fünf Prozent aller Männer. Betroffen seien meist Patienten zwischen 40 und 60 Jahren. Die Krankheit könne aber auch in jungen Jahren auftreten. Ein 2007 im "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlichter Artikel taxierte die Verbreitung auf circa drei bis vier Prozent der männlichen Gesamtpopulation in Mitteleuropa.

Die Krankheit ist nach François de la Peyronie benannt, Arzt am Hof des französischen Königs Ludwig XV. Er hatte das Krankheitsbild 1743 beschrieben. Es soll aber bereits in der Antike bekannt gewesen sein. Die Peniskrümmung ist dabei laut dem Deutschen Zentrum für Urologie und Phalloplastische Chirurgie nicht etwa Ursache der Krankheit, sondern eine von mehreren möglichen Folgeerscheinungen. (Lesen Sie auch: Der Penis ist zu klein? Unsere Expertin hat drei wichtige Tipps)

Erkrankung führt zu Erektionsproblemen

"Es ist richtig, dass die Penisverkrümmung ein häufiges Symptom der Induratio-penis-plastica-Erkrankung ist, daneben gibt es aber ebenfalls häufig massive Penisverkürzungen, deutliche Erektionsprobleme, Einschnürungen (das sogenannte Sanduhrphänomen), Aussackungen und sonstige erhebliche Beeinträchtigungen des Penis", heißt es in dem Online-Artikel. Die Krankheit habe neben schweren Schmerzen oft auch massive psychische Auswirkungen. "Die meisten Patienten leiden durch die Folgen der Erkrankung unter einem erheblichen Verlust ihres Selbstvertrauens, was natürlich großen Einfluss auf das Sexualleben hat."

Im Anfangsstadium von IPP kommt es zu einer Entzündung am Penis, die zur Bildung eines gutartigen Tumors beziehungsweise von Plaque führt. Diese Gewebeverdickung kann dann dazu führen, dass sich die betroffenen Schwellkörper bei einer Erektion nicht vollständig ausdehnen und der Penis sich während der Erektion bis zu 90 Grad krümmt. Als Ursache für Peyronie kommen unter anderem genetische Veranlagung, unbemerkte Verletzungen (etwa während des Geschlechtsverkehrs), Prostataentfernung oder andere Erkrankungen wie Morbus Ledderhose infrage. Peyronie kann mit Medikamenten oder auch operativ behandelt werden.

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