YouTube geht gegen Impfgegner vor

YouTube geht gegen Impfgegner vor

2019-02-25

Es ist längst belegt, dass Impfungen keinen Autismus auslösen. Trotzdem behaupten das manche Impfgegner immer noch – zum Beispiel in YouTube-Videos. Soziale Netzwerke planen jetzt, verstärkt gegen solche Falschinformationen vorzugehen.

YouTube will künftig keine Werbung mehr vor Videos schalten, die vor Impfungen warnen. Impfkritische Kanäle können dadurch kein Geld mehr auf der Video-Plattform verdienen. „Jede Falschinformation über medizinische Themen, ist bedenklich“, zitiert die BBC aus einem Statement von YouTube. Demnach sei auch geplant, dass Videos von Impfgegnern nicht mehr in Empfehlungslisten erscheinen. Außerdem will die Plattform solche Videos mit Informationskästen versehen, die über die Risiken aufklären und unter anderem auf Wikipedia-Einträge verlinken.

Werbepartner drohten abzuspringen

Die Entscheidung von YouTube erfolgte nicht ganz freiwillig. Die Video-Plattform war unter anderem durch einen Artikel von „Buzzfeed“ unter Druck geraten. Mehrere Unternehmen hätten sich demnach beschwert, dass ihre Spots vor impfkritische Videos geschaltet wurden. Angeblich drohten sie, die Zusammenarbeit mit YouTube zu beenden, sollte sich daran nichts ändern.

Die Online-Plattform Pinterest will gar keine Suchergebnisse mehr zum Thema Impfen anzeigen, egal ob die Informationen von Impfbefürwortern oder -gegnern kommen. Die Inhalte blieben jedoch weiterhin online erreichbar. Pinterest sei dabei, bessere Strategien zu entwickeln, wie sich einzelne Inhalte gezielter herausfiltern lassen, teilte das Unternehmen mit.

Facebook hat ähnliche Schritte angekündigt, um gegen Falschinformationen vorzugehen.

Diskussion um Impfpflicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Vermeidung oder Verzögerung von Impfungen kürzlich zu einer von zehn großen Bedrohungen für die Gesundheit weltweit erklärt. Damit steht sie auf einer Liste mit Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung.

Auch in Deutschland wird seit Längerem heftig über das Impfen und eine mögliche Impfpflicht diskutiert, besonders seit die Zahl der Masernfälle in Europa im Jahr 2017 deutlich zugenommen hatte, obwohl die Krankheit durch konsequentes Impfen ausgerottet werden könnte. Um Ausbrüche zu verhindern, müssten 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein. Doch die Quote wird nicht in allen Altersgruppen erfüllt – auch nicht in Deutschland.

Gegner, die ihre Kinder auf keinen Fall impfen lassen wollen, sind selten, aber etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland gilt als unentschlossen. Auch, weil impfkritische Seiten verzerrt über das Thema berichten. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

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