Auf (zu viel) Zucker verzichten

Auf (zu viel) Zucker verzichten

2020-10-16

Wenn Sie nach Ihrem Bauchgefühl essen möchten, ist es wichtig, dass Sie Ihre Hunger- und Sättigungsgefühle auch wirklich spüren. Zucker und auch Süßstoffe und künstliche Aromen stören die natürliche Regulation. Sie stoppen das Sättigungssignal, führen zu Überessen und fehlgeleitetem Hungergefühl. Wenn Sie von jetzt an Zucker häufiger vermeiden, wird Ihnen das intuitive Essen auf Dauer leichter fallen. Doch es ist nicht so einfach, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Deshalb finden Sie hier dazu zwei Übungen, und probieren Sie dieses Mal beide aus:

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Inhaltsverzeichnis

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Übung 1: Ohne Naschzeug

Die gute Nachricht:  Das Konzept des Essens nach Bauchgefühl heißt, dass Sie essen dürfen, worauf Sie Lust haben. Die schlechte Nachricht: Es gibt doch ein paar Einschränkungen. Lebensmittel mit viel Industriezucker führen den Körper in die Irre, erzeugen Heißhunger und erzeugen über verschiedene biochemische Prozesse eine ungesunden und unnatürliche Appetitsteigerung. Damit Ihnen ein Umschalten in den intuitiven Ess-Modus leichter gelingt, ist es deshalb wichtig, weniger Industriezucker zu konsumieren. Probieren Sie also in dieser Woche aus, für drei Tage (nicht auf Dauer!) bewusst auf Zucker zu verzichten. Lassen Sie Schokolade, Weingummi, Kuchen und andere Süßigkeiten links liegen, essen Sie keine Fertigprodukte mit Zuckerzusatz oder sehr vielen Zusatzstoffen. Geschmackssinn und der Appetit-Empfinden bekommen so die Chance zum „Reset“. Probieren Sie durchzuhalten! Es lohnt sich. 

Maike Ehrlichmann ist Ernährungswissenschaftlerin, Buchautorin und arbeitet in eigener Beratungspraxis in Hamburg und online. Weiter Infos finden Sie unter ehrlichessenmethode.de.

Reflektieren Sie, was Sie während der Zucker-Frei-Challenge erleben. Wie verändert sich Ihr Geschmackssinn? Wie verändert sich der Appetit? Können Sie besser wahrnehmen, wann Sie Hunger haben und wann Sie satt sind? Vielen Menschen erscheinen die üblichen Lieblings-Süßigkeiten schon nach wenigen Tagen wie verzuckert. Wie geht es Ihnen? 

Die Übung, keinen Zucker zu essen, ist natürlich eher auf die Kurzstrecke angelegt. Um aber auch langfristig weniger Industriezucker zu sich zu nehmen, probieren Sie die zweite Übung ebenfalls aus: 

Übung 2: Aufhören, wenn es nicht mehr schmeckt

Je weniger Zuckerzeug Sie brauchen, desto schneller und besser schlägt das intuitive Essen an, desto sicherer werden Sie damit sein. Probieren Sie deshalb in den nächsten Tagen, nur so viel Süßes zu essen, wie Ihnen auch wirklich schmeckt. Sie kennen das bestimmt: Das erste Stück Schokolade ist köstlich, der erste Kaffee großartig.  Beim zweiten, dritten etc. nimmt die große Freude ab. Mit allen Sinnen zu genießen, dann aber auch den Absprung zu finden, wenn es nicht mehr oder nicht mehr so gut schmeckt, ist eigentlich leicht – wir sind es aber nicht gewohnt. Versuchen Sie in den nächsten Tagen daher, Naschereien, Kuchen oder Desserts zu spüren, ab wann es weniger gut schmeckt – und hören Sie dann auf. So muss man sich nichts versagen, übt aber, das richtige Maß zu finden. 

EXTRATIPP:

Falls Sie beim Zuckerverzicht gelegentlich Heißhunger bekommen, kann Ihnen die Bewegungsübung aus Schritt vier helfen, die auch Stress und Druck abbaut. Erinnern Sie sich an die kurzen Bewegungs-Impulse? Sechzig Sekunden Treppensteigen oder Tanzen im Zimmer reichen aus.

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