52 E-Rezept-Projekte – wirklich?

52 E-Rezept-Projekte – wirklich?

2020-02-12

52 E-Rezept-Projekte – diese Zahl, die vom Gematikchef Leyck-Dieken in den Raum geworfen wurde, geistert seit geraumer Zeit durch die Branche. Doch wo kommt diese Zahl her? Wo sollen all diese Projekte sein? Apotheker Ralf König, Mitglied im Health-Innovation-Hub des BMG, lieferte beim Kooperationsgipfel, der derzeit in München stattfindet, die Erklärung.

Das E-Rezept ist derzeit eines der großen Themen im Gesundheitswesen. Von den Versendern wird es als große Chance gesehen, von so manchem Apotheker vor Ort eher als Bedrohung. Doch 2020 wird es noch kein flächendeckendes E-Rezept geben, davon ist Ralf König, der als „Director Pharmacy“ im Think-Tank des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), dem Health-Innovation-Hub, die Apotheker vertritt, überzeugt. Das machte er beim derzeit in München stattfindenden Kooperationsgipfel klar. Was es allerdings bekanntermaßen gebe, seien zahlreiche Pilotprojekte. Hier stehe seit einiger Zeit die Zahl 52 im Raum, so König. Doch wo kommt die her?

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Gematik-Chef Leyck-Dieken

„Einige E-Rezept-Projektbetreiber sollten vielleicht erst einmal innehalten“

Aufgebracht wurde sie vom Gematik-Chef Leyck-Dieken im Herbst vergangenen Jahres, als er sich erstaunt zeigte, dass es insgesamt 52 Pilotprojekte gibt. Er empfahl damals, dass der ein oder andere Modellbetreiber in eine Phase der Orientierung eintreten innehalten und auch überlegen solle, ob es sich lohnt, weiter zu investieren. Denn letztendlich fischten alle Anbieter im Dunkeln, die Gematik werde erst Ende Juni 2020 ihre Leitplanken für das bundesweite E-Rezept bekanntgeben. Seitdem geistert die Zahl 52 durch die Branche und wird immer wieder bereitwillig aufgegriffen, so auch vom Organisator des Kooperationsgipfels, dem BVDAK-Chef Dr. Stefan Hartman bei seiner Begrüßung.

Laut König rührt diese Zahl allerdings nicht daher, dass es tatsächlich 52 E-Rezept-Projekte gibt, sondern daher, dass Gematik-Chef Leyck-Dieken angeblich die Aussage traf, dass es jede Woche ein neues Pilotprojekt gibt. „Ein Jahr hat 52 Wochen, macht 52 E-Rezept-Projekte“, erklärte König. Ihm selbst seien fünf bis acht bekannt. 

Einige der bekanntesten E-Rezept-Modellprojekte

  • Das GERDA-Projekt in Baden-Württemberg, das die Apotheker (Kammer und Verband) initiiert haben.
  • Das Berliner E-Rezept-Projekt, das ebenfalls die Apotheker initiiert haben und vom BMG finanziell unterstützt wird.
  • Das Projekt der TK in Hamburg, an dem derzeit eine Praxis und zwei Apotheken im Stadtteil Wandsbek beteiligt sind.
  • Das Modellprojekt in Hessen, das von der KV federführend geleitet wird und an dem auch die Apotheker sowie die DAK und die TK beteiligt sind.
  • Außerdem hat der EU-Versender DocMorris ein E-Rezept-Projekt mit Hausärzten in Westfalen-Lippe angekündigt. Es ist unbekannt, in welchem Stadium sich das Projekt befindet.

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