Apotheker gewinnen mit Impfservices sukzessive an Boden

Apotheker gewinnen mit Impfservices sukzessive an Boden

2020-08-14

Der Weltapothekerverband hat einen neuen Statusbericht zum Impfen in Apotheken vorgelegt. 99 Länder und Gebiete nahmen an der FIP-Umfrage für den Report teil. Sie repräsentieren 83 Prozent der Weltbevölkerung. Fazit: In immer mehr Ländern dürfen Apotheker in der Offizin impfen, aber zwei Drittel sind offensichtlich noch lange nicht so weit.

Die Zahl der Länder, in denen in Apotheken Impfungen verabreicht werden dürfen, wächst kontinuierlich. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen weltweiten Umfrage, die der Welt-Apothekerverband FIP zwischen Dezember 2019 und März 2020 durchgeführt hat. Organisationen aus 99 Ländern und Gebieten nahmen daran teil. Damit handelt es sich laut FIP um die repräsentativste Umfrage, die jemals zu diesem Thema durchgeführt wurde. Da der Welt-Apothekerverband die Situation zum Impfen in Apotheken im Jahr 2016 schon einmal unter die Lupe genommen hatte, zeigen die Ergebnisse auch wichtige Trends auf.

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Nach der aktuellen Befragung scheint die Rolle der Apotheker bei der Förderung des Impfbewusstseins und der Impfberatung weitgehend zementiert zu sein. Rund 
70 Prozent der Befragten bestätigten, dass Apotheker eine aktive Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung und der Impfberatung einnehmen. Apothekenbasierte Impfungen sind aktuell aber erst in 36 der teilnehmenden Länder gängige Praxis. Das sind immerhin 16 mehr als in der letzten Umfrage von 2016. In den Ländern, die in beiden Studien erfasst worden sind, hat das apothekenbasierte Impfangebot von 18 auf 23 Ländern zugenommen. In 16 Ländern/Gebieten wird das Impfen in Apotheken aktuell vorgeschlagen oder bereits entwickelt. Die meisten rechnen innerhalb von ein bis fünf Jahren mit der Umsetzung. Mit zwei Dritteln der erfassten Länder verbleiben also weiterhin große weiße Flecken auf der internationalen Landkarte, in denen das „Impfen in der Apotheke“ noch in mehr oder weniger weiter Ferne zu liegen scheint. 

Wo dürfen Apotheker selbst impfen?

In 26 Ländern dürfen Apotheker die Impfungen in der Offizin selbst verabreichen, eine Verdopplung gegenüber 2016. Zehn gaben an, dass auch in den Apotheken nur andere Angehörige der Gesundheitsberufe dazu ermächtigt sind (z. B. Island, Finnland, Schweden und die Niederlande). Zu den Ländern, in denen die Apotheker schon seit 2016 impfen dürfen, gehören Argentinien, Australien, Dänemark, Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland, Portugal, die Schweiz, Südafrika und die USA. Zwischen 2016 und 2020 neu hinzugekommen sind zum Beispiel Brasilien, Frankreich, Israel und Norwegen. Belgien, Deutschland, Österreich, Lettland und Litauen zählen in Europa zu den Ländern, für die Erlaubnis apothekenbasierter Impfungen bis 2025 zu erwarten ist. 
In 35 Ländern, in denen apothekenbasierte Impfungen zugelassen sind, wird Apothekern dafür nach dem Studienabschluss eine Zusatzausbildung angeboten, die allerdings nicht überall verpflichtend ist. In 16 Ländern wird die Kompetenz auch schon während des Studiums vermittelt. 

36 verschiedene Impfungen

Apotheken sind weltweit an der Verabreichung von 36 verschiedenen Impfstofftypen beteiligt. Die häufigsten sind Impfungen gegen Influenza (29 Länder), Hepatitis B (19) und Tetanus (18). In 14 bis 17 Ländern darf in der Offizin auch gegen Diphterie, Hepatitis A, Masern, Keuchhusten Pneumokokken (PPV23), Röteln oder Mumps geimpft werden. 34 Befragte mit Apothekenbasierten Impfservices gaben an, dass bei ihnen Apotheker keine Impfstoffe verschreiben dürfen.

Zugang zu Impfregistern weitgehend versperrt

In den meisten Ländern und Gebieten (67 Prozent der Befragten) haben Apotheker keinen Zugang zu Impfregistern, was die FIP bedauerlich findet. Selbst in Ländern mit Apotheken-Impfservices ist der uneingeschränkte Zugang zu Impfregistern in nur 12 von 33 Ländern möglich, und 21 Befragte haben nur Zugriff auf einige Datensätze. Hier erkennt die FIP noch einiges an Nachholbedarf, denn in komplexen Gesundheitssystemen sollten alle Angehörigen der Gesundheitsberufe den Impfstatus jedes Patienten kennen, so die Auffassung des Verbandes.

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