Bürger fühlen sich in der Apotheke am sichersten

Bürger fühlen sich in der Apotheke am sichersten

2021-01-05

Am sichersten fühlen sich die Menschen angesichts der Bedrohung durch COVID-19 beim Einkauf in der Apotheke – das zeigt eine aktuelle Verbraucherbefragung zur Corona-Krise. Zudem stehen die Apotheken an erster Stelle bei der Frage, welche Geschäfte während eines harten Lockdowns „auf jeden Fall offenbleiben“ sollten – deutlich vor den Super- und Verbrauchermärkten. Gefragt wurde zudem, ob die Menschen sich vorstellen könnten, die kostenlosen FFP2-Masken für über 60-Jährige und Risikogruppen aus dem Drogeriemarkt zu beziehen. Das dürfte vor allem die Drogeriemarktkette dm, die die Studie mit in Auftrag gegeben hat, interessieren. Denn deren Geschäftsführer hat bereits Interesse angemeldet, bei der Verteilung der Gratismasken mitzuwirken.

Wo und warum fühlen sich die Menschen in der Corona-Pandemie sicher? Das wollten die Verbraucher Initiative e.V. und die Drogeriemarktkette dm wissen und ließen kurz vor Weihnachten vom Marktforschungsinstitut Kantar mehr als 1.000 Bundesbürger repräsentativ befragen. Die Ergebnisse wurden, heißt es in der Pressemeldung, an politische Entscheider auf Bundes- und Landesebene geschickt mit dem Ziel, „mehr Dialog zwischen Politik, Verbraucherorganisationen und Wirtschaft“ zu erreichen.

Die Apotheken kommen bei dieser Erhebung außerordentlich gut weg: Bei der Frage, an welchen Einkaufsstätten sie sich sicher fühlen, werden sie von 86 Prozent der Teilnehmer genannt. Deutlich abgeschlagen folgen mit 59 Prozent der Buchhandel/Büchereien sowie Drogerien/Drogeriemärkte mit 54 Prozent. Weniger als die Hälfte der Befragten fühlt sich in Baumärkten/Gartencentern (47 Prozent), Super- und Verbrauchermärkten (46 Prozent) sowie in Lebensmittel-Discountern (44 Prozent) sicher.  
Zum Vergleich: In Arztpraxen und Krankenhäusern fühlen sich immerhin 70 Prozent sicher, im Öffentlichen Nahverkehr nur 20 Prozent. 

Am liebsten nicht zu viele Kunden

Doch was trägt nach Meinung der Befragten beim Besuch eines Einzelhändlers wie stark zu einer hohen Sicherheit vor einer Corona-Infektion bei? An erster Stelle steht hier, dass nicht zu viele Kunden im Geschäft sind (85 Prozent). Rund drei Viertel der Befragten nennen das Verhalten der Mitarbeiter, jeweils knapp 70 Prozent schätzen Desinfektionsspray am Eingang sowie Abstands- bzw. Richtungsmarkierungen am Boden.

Sehr gut weg kommen die Apotheken auch bei der Frage: „Welche der folgenden Einkaufsstätten sollten Ihrer Meinung nach bei einem harten Lockdown auf jeden Fall offenbleiben – unabhängig von der jetzigen gesetzlichen Regelung?“ Hier stehen die Apotheken mit 99 Prozent unangefochten an erster Stelle. Auf dem zweiten Platz folgen Super- und Verbrauchermärkte mit 94 Prozent, auf Platz drei und vier stehen die Discounter (83 Prozent) und Drogerien/Drogeriemärkte (76 Prozent). Weit abgeschlagen sind Baumärkte/Gartencenter (36 Prozent) und Buchhandel/Büchereien (30 Prozent).

Dm bietet Unterstützung bei der Verteilung der Gratismasken an

Gefragt wurde auch danach, von „welchen der folgenden Stellen“ FFP2-Masken gratis ausgegeben werden sollten. Wenig verwunderlich ist, dass 96 Prozent der Befragten hier die Apotheken nennen. Immerhin 55 Prozent können sich auch eine Abgabe durch Drogeriemärkte vorstellen. Dass einer der Auftraggeber der Studie bei dieser Frage eigene Interessen verfolgt, wird deutlich im Interview mit Christoph Werner, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von dm, das – gemeinsam mit den Umfrageergebnissen – im Mitgliedermagazin der Verbraucher Initiative e.V. „Verbraucher konkret Corona & Handel“ veröffentlicht wurde. Auf die Frage: „Aktuell sorgt die Verteilung der FFP2-Masken für Unzufriedenheit. Würde dm sich beteiligen können?“ antwortet Werner: „Die Abverkäufe und Bestellungen in unserem Onlineshop zeigen, dass Kunden diese Artikel bei dm suchen und erwarten. Den Landesregierungen haben wir bereits angeboten, dass wir uns bei der Versorgung der Menschen mit FFP2-Masken gerne einbringen.“ 

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