Ernährung: Vegane Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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2020-07-08

Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen

Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass sich Omega-3-Fettsäuren positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken. Fisch gilt als besonders gute Quelle für diese Stoffe. Doch zum einen gibt es viele Menschen, die keine tierischen Produkte verzehren und zum anderen stellen Fischproduktion und Fischfang auch eine Umweltbelastung dar. Eine alternative, vegane Quelle für die gesunden Omega-3-Fettsäuren könnten Mikroalgen sein.

Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Stoffe für die menschliche Ernährung. Sie sind also lebensnotwendig und können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Vor allem Fisch gilt als gute Omega-3-Quelle. Doch dazu gibt es auch eine pflanzliche, umweltfreundlichere Alternative: Mikroalgen. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Nährstoffe für die menschliche Ernährung

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Wie die MLU in einer aktuellen Mitteilung schreibt, befinden sich Mikroalgen bereits seit einigen Jahrzehnten im Fokus der Forschung – zunächst als Rohstoff für alternative Kraftstoffe, in jüngster Zeit aber verstärkt als Quelle von Nährstoffen für die menschliche Ernährung.

Produziert werden sie vor allem in offenen Teichen in Asien. Diese stellen aber ein Risiko für mögliche Verunreinigungen dar. Zudem lassen sich einige Algenarten besser in geschlossenen Systemen kultivieren, in sogenannten Photobioreaktoren.

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„Wir wollten herausfinden, ob Mikroalgen, die in Deutschland in Photobioreaktoren produziert werden, eine umweltfreundlichere Quelle für wichtige Nährstoffe sein könnten als Fisch“, erläutert Susann Schade vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Bisher wurde diese Produktionsmethode oft nur mit der Kultivierung in Teichen verglichen und schnitt dabei aufgrund höherer Umweltbelastungen häufig schlechter ab.

„Wie hoch diese Umweltwirkungen bei der Algenproduktion für die menschliche Ernährung aber genau sind, wurde bisher kaum untersucht, vor allem nicht unter klimatischen Bedingungen wie sie in Deutschland vorherrschen“, so Schade.

Erhebliche Umweltbelastungen

In ihrer kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Applied Phycology“ veröffentlichten Studie entwickelten die Forscherinnen und Forscher daher ein Modell, um die standortspezifischen Umweltwirkungen zu bestimmen.

„Wir haben so unter anderem die CO2-Bilanz von Nährstoffen aus Mikroalgen und Fisch verglichen. Außerdem haben wir analysiert, wie sehr beide Nahrungsmittelquellen die Versauerung oder zu hohe Nährstoffgehalte in Gewässern begünstigen“, erklärt Dr. Toni Meier, Leiter des Innovationsbüros nutriCARD an der MLU.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten so zeigen, dass die Mikroalgenzucht grundsätzlich vergleichbare Umweltkosten verursacht wie die Fischproduktion. „Bezieht man jedoch die Umwelteffekte auf die verfügbaren Mengen an Omega-3-Fettsäuren, so schneidet vor allem Fisch aus Aquakultur schlechter ab“, erläutert Schade.

Vorteil der Algenkultivierung ist laut den Fachleuten der geringe Flächenverbrauch, sogar unfruchtbare Böden können genutzt werden. Dagegen benötigen sowohl offene Teiche als auch der Futteranbau für Aquakulturen sehr große Flächen.

Die insbesondere in Deutschland beliebten Fischarten wie Lachs und Pangasius stammen meist aus Aquakulturen und sind daher mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Doch auch der Alaska-Seelachs aus Wildfang zeigt für alle Umweltindikatoren schlechtere Werte als die Mikroalgen.

Erhebliche Entlastung für die Weltmeere

„Mikroalgen sollen und können Fisch als Nahrungsmittel nicht komplett ersetzen. Aber wenn Mikroalgen sich als Nahrungsmittel etablieren würden, hätten wir eine zusätzliche hervorragende umweltfreundliche Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren“, so Meier.

Die Algen werden schon jetzt als Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Tablettenform und als Zusatz zu Lebensmitteln wie Nudeln oder Müsli verwendet. Zum einen könnte so die bereits bestehende Lücke in der globalen Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren verkleinert werden und zum anderen würde das eine erhebliche Entlastung für die Weltmeere bedeuten. (ad)

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