Gleich drei bayerische Städte reißen Corona-Grenzwert – neue Maßnahmen drohen

Gleich drei bayerische Städte reißen Corona-Grenzwert – neue Maßnahmen drohen

2020-09-09

Das Coronavirus breitet sich in Europa wieder stark aus – teilweise stärker als beim ersten Mal. In Frankreich werden mancherorts Intensivbetten knapp, in Spanien steigen die Todeszahlen wieder an. In Deutschland bleiben die Zahlen noch moderat, es gibt dazu kaum Todesfälle. Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie in Deutschland und der Welt hier im News-Ticker.

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Topmeldungen zur Corona-Pandemie: Corona breitet sich auf Ältere aus: In Frankreich drohen Intensivbetten knapp zu werden (06.15 Uhr) +++ England stellt ab Montag Versammlungen von mehr als sechs Personen unter Strafe (23.48 Uhr) +++ Bundesländer melden mehr als 2100 neue Fälle – Infektionszahlen in NRW explodieren (21.28 Uhr)

TOP-NEWS: Corona breitet sich auf Ältere aus: In Frankreich drohen Intensivbetten knapp zu werden

06.15 Uhr: In einigen europäischen Ländern schießen die Infektionszahlen wieder nach oben – teilweise stärker als bei der ersten Welle im März/April. Gleichzeitig sterben deutlich weniger Menschen. Das lag bisher daran, dass vor allem junge Menschen erkranken. Doch erste Entwicklungen aus Frankreich und Spanien zeigen nun. Das Virus streut – und infiziert zunehmend auch wieder ältere Menschen.

Das Ergebnis: In der beispielsweise schwer getroffenen Region rund um die französische Großstadt Marseille werden Intensivbetten knapp. Erste Kliniken melden fast vollständig belegte Intensivbetten für Covid-19-Patienten. Während in Spanien bereits wieder Dutzende Menschen pro Tag sterben, ist die Zahl der Todesfälle in Frankreich noch verschwindend gering. Das könnte sich allerdings auch bald ändern. Zuletzt erkrankten in Frankreich teilweise bis zu 9000 Menschen täglich an Corona. Die Zahlen übersteigen mancherorts jene aus der ersten Welle. AP Menschen stehen Schlange vor einer Klinik in Marseille, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Proband erkrankt: AstraZeneca stoppt Test von Corona-Impfstoff

Mittwoch, 9. September, 01.30 Uhr: Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. "In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen."

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich derzeit in der dritten und abschließenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

TOP-NEWS: England stellt ab Montag Versammlungen von mehr als sechs Personen unter Strafe

23.48 Uhr: Die britische Regierung reagiert auf die steigende Zahl von Corona-Fällen in Großbritannien und ergreift drastische Maßnahmen. Ab kommendem Montag, dem 14. September, sind in England Versammlungen von mehr als sechs Personen verboten, sowohl drinnen als auch draußen. Das berichtet der Nachrichtensender BBC. Ausnahmen bilden laut BBC Schulen, "corona-sichere" Hochzeiten oder Büros. Die Maßnahmen gelten demnach nur in England, aber für alle Altersgruppen und auch für Pubs und Restaurants.

Wer sich nicht an die neuen Verordnungen hält, muss mit einer Geldstrafe von 100 bis 3200 Dollar rechnen, wenn den Aufforderungen der Polizei nicht nachgekommen wird. Wie der Sender berichtet, wird erwartet, dass Premierminister Boris Johnson weitere Details am Mittwoch preisgibt.

TOP-NEWS: Bundesländer melden mehr als 2100 neue Fälle – Infektionszahlen in NRW explodieren

19.10 Uhr: In Deutschland haben sich bislang 252.953 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie aus den Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Am Dienstag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 2113 – das sind 845 mehr als am Vortag. Einen riesigen Anstieg verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit allein 844 neuen Corona-Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Dahinter folgen mit Abstand Bayern (+413) und Baden-Württemberg (+257) – am wenigsten neue Infektionen kamen in Mecklenburg-Vorpommern hinzu (+4).

9306 Menschen sind bislang an oder mit dem Coronavirus gestorben – das sind vier mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 226.500. Somit sind derzeit 17.147 Menschen akut infiziert (aktive Fälle) – 609 Personen mehr als am Montag. Der R-Wert sank laut RKI minimal auf 1,10. Somit stecken 100 Infizierte im Schnitt 110 weitere Personen an.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 44.110 (+257) / 1866 Todesfälle (+0)
  • Bayern: 59.937 (+413) / 2.642 Todesfälle (+2)
  • Berlin: 11.878 (+87) / 226 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 3.980 (+19) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 2088 (+12) / 58 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 6590 (+66) / 236 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 16.278 (+133) / 535 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1038 (+4) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 17.398 (+104) / 665 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 60.694 (+844) / 1823 Todesfälle (+0)
  • Rheinland-Pfalz: 9.472 (+69) / 245 Todesfälle (+2)
  • Saarland: 3.174 (+8) / 175 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 6.178 (+27) / 224 Todesfälle (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2.293 (+13) / 66 Todesfälle
  • Schleswig-Holstein: 4.150 (+24) / 161 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 3.695 (+5) / 191 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 08.09.2020 18.57 Uhr): 252.953 (9306 Todesfälle)

Vortag (Stand 07.09.2020 19.38 Uhr): 250.840 (9302 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 226.500

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 17.147 (+609)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,10 (Vortag 1,12)

In elf Kreisen liegt eine erhöhte 7-Tage-Inzidenz mit mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohnern vor, inklusive den Stadtkreisen Memmingen, Rosenheim und Landshut, in denen über 50 Fälle pro 100.000 zu verzeichnen sind.

Unternehmen aus Neuss darf Corona-Impfstoff an Menschen testen

17.20 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus darf der Arzneimittelentwickler Janssen aus Neuss bei Düsseldorf einen möglichen Impfstoff in Deutschland am Menschen testen. Die klinische Prüfung sei genehmigt worden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag mit. Bei der Phase-II-Studie solle an einer größeren Zahl von Probanden untersucht werden, ob der Impfstoff wirksam, sicher und verträglich ist. dpa/Sakchai Lalit/AP/dpa Corona-Impfstoff

Bei dem Impfstoffkandidaten von Janssen handele es sich um einen Vektor-Impfstoff, bei dem ein abgeschwächtes Virus genutzt werde, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziere, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Weltweit laufen inzwischen Dutzende klinische Studien zu Corona-Impfstoff-Kandidaten.

 

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