Grippeimpfung ist so effektiv wie Rauchstopp

Grippeimpfung ist so effektiv wie Rauchstopp

2020-01-21

Die Influenzaimpfung schützt nicht nur vor Influenza, sondern auch vor sekundären Pneumonien sowie systemischen Inflammationen, die die kardiovaskuläre Morbidität steigern. Das machte Professor Dr. Thomas Weinke bei seinem Vortrag beim Pharmacon in Schladming deutlich. Der Mediziner warb daher nachdrücklich für eine Erhöhung der Impfquoten bei Influenza und befürwortet vor diesem Hintergrund auch Grippeimpfungen in Apotheken.

„Mit keiner Impfung lassen sich hierzulande so viele Leben retten wie mit der Grippeimpfung“  –  Pharmacon-Urgestein Professor Dr. Thomas Weinke vom Ernst-von Bergmann-Klinikum in Potsdam zitierte in seinem Vortrag in Schladming den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Und das, obwohl die Influenza-Impfung mit einer Effektivität von 50 bis 70 Prozent zu den eher mäßig wirksamen Impfungen zähle, wie Weinke betonte. Zum Vergleich: Bei der Windpockenimpfung erreiche man bei vollständiger Immunisierung fast 100 Prozent Wirksamkeit.

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Dass die Grippeimpfung trotzdem so viele Todesfälle verhindert, liegt laut Weinke an der hohen Influenza-bedingten Übersterblichkeit (Excess-Mortalität). So komme es jedes Jahr im Durchschnitt zu 10.000 zusätzlichen Influenza-bedingten Todesfällen –  zwischen 2007/2008 und 2017/2018 insgesamt 112.100 Menschen, registrierte Maserntodesfälle gab es zwischen 2007 und 2019 gerade einmal 29. Die Grippeimpfung schütze nämlich nicht nur vor der Grippe selbst, sondern auch vor den Folgen, den sekundären Pneumonien sowie systemischer Inflammation.

Die Krankheitslast bei der Influenza gehe nämlich über die Grippe allein hinaus. Weinke legte dar wie sich beides auf die Mortalität auswirkt. Er präsentierte Daten aus Tierversuchen, bei denen Mäuse allein mit Influenzaviren beziehungsweise Pneumokokken infiziert wurden sowie erst mit Influenzaviren und dann mit Pneumokokken. Nach einer alleinigen Influenzainfektion überlebten alle Versuchstiere, infizierte man sie ausschließlich mit Pneumokokken, waren es 90 Prozent. Erkrankten die Mäuse jedoch erst an Influenza und dann an Pneumokokken, starben alle Tiere. Auch wenn es sich nur um Tierversuchsdaten handele, zeige der Versuch eindrucksvoll die viral-bakterielle Synergie, so Weinke. Auch bei Menschen treten zu Zeiten hoher Influenzaaktivität vermehrt schwere Atemwegsinfekte auf, was eben auf diese viral-bakterielle Synergie zurückzuführen sei. Das RKI geht davon aus, dass die diesjährige Grippewelle in der zweiten Kalenderwoche 2020 begonnen hat.

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