Italien fühlt sich im Touristen-Wettstreit benachteiligt – Corona-Ausbruch nach Feiern von Großfamilien in Göttingen

Italien fühlt sich im Touristen-Wettstreit benachteiligt – Corona-Ausbruch nach Feiern von Großfamilien in Göttingen

2020-05-30

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt weiterhin fest im Griff: Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich weltweit bereits mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 infiziert – 179.928 davon bisher in Deutschland. Alle Meldungen zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Covid-19-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Reproduktionszahl steigt auf Wert über 1 (18.44 Uhr) +++ Spanien will bereits vor Juli wieder Touristen aus Deutschland ins Land lassen (17.38 Uhr) +++ Mehrere Menschen nach Feiern in Göttingen mit Coronavirus infiziert (14.51 Uhr) +++ Tuberkulose bei Crew-Mitglied auf Corona-Schiff diagnostiziert (14.03 Uhr) +++ Absage an Trump: Merkel will nicht zum G7-Gipfel in die USA fliegen (09.21 Uhr) +++

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TOP-NEWS: RKI meldet: Reproduktionszahl steigt auf Wert über 1

18.44 Uhr: Die Reproduktionszahl ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag auf 1,03 gestiegen. Damit liegt der sogenannte R-Wert erstmals seit mehr als zwei Wochen über 1. Jeder Infizierte steckt diesen Angaben zufolge also im Schnitt 1,03 Menschen an. Am Freitag lag dieser Wert bei 0,85. Das RKI weist jedoch darauf hin, dass der R-Wert „auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen empfindlich“ reagiert – darunter fallen etwa größere Ausbrüche an einzelnen Orten.

TOP-NEWS: Spanien will bereits vor Juli wieder Touristen aus Deutschland ins Land lassen

17.38 Uhr: Spanien will im Rahmen eines Pilotprojekts bereits vor Juli wieder deutsche, französische und skandinavische Touristen ins Land lassen. Das Pilotprojekt solle nach derzeitigem Stand die Inselgruppen der Balearen und der Kanaren umfassen, teilte das Tourismusministerium am Samstag in Madrid mit. Dort könnten die derzeit geltenden Einreisebeschränkungen bereits ab dem 22. Juni gelockert werden. Möglicherweise würden auch weitere Regionen wie Andalusien oder Katalonien in das Projekt aufgenommen.

Vor einer Woche hatte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez angekündigt, sein Land wolle seine Grenzen für ausländische Touristen ab dem 1. Juli wieder öffnen. Die seit dem 15. Mai geltende Quarantäne-Pflicht bei einer Einreise nach Spanien werde dann aufgehoben. 

Die Behörden hoffen allerdings, die Einreisebeschränkungen im Rahmen des Pilotprojekts zumindest für die Balearen und die Kanaren bereits ab dem 22. Juni zu lockern, wie ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dies gelte jedoch nur für Besucher aus Deutschland, Frankreich und den skandinavischen Ländern. Dort sei die Corona-Situation ähnlich der in Spanien oder besser. 

"Wir arbeiten vor allem mit den deutschen Reiseanbietern", sagte der Ministeriumssprecher. Britische Touristen dagegen, traditionell die größte Gruppe unter den Spanien-Touristen, seien aufgrund der Situation im Königreich von dem Pilotprojekt ausgeschlossen. 

Der Tourismus macht zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts aus. Das Land gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Staaten. Bisher starben bereits mehr als 27.000 Menschen an dem neuartigen Virus.  dpa/Clara Margais/dpa Menschen sonnen sich am Strand von Arenal auf Mallorca. Noch vor den Sommerferien soll die Reisefreiheit in der EU weitgehend zurückkehren.

Vier Festnahmen bei Demonstrationen in Frankfurt

17.30 Uhr: Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind in Frankfurt vier Menschen festgenommen worden. Zwei hätten die Polizei während des Einsatzes gestört und angegriffen, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. Ein weiterer Mann sei wegen Hausfriedensbruchs und der Vierte wegen der Störung einer Versammlung festgenommen worden. Zudem seien fünf Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes gegen Abstands- und Mundschutzregeln eingeleitet worden. "Überwiegend waren die Demonstrationen aber friedlich", sagte der Polizeisprecher.

Nicht alle Versammlungen am Samstag seien Demonstrationen gegen die Corona-Politik gewesen, hieß es weiter. Insgesamt demonstrierten demnach rund 550 Menschen in Frankfurt. Bei der größten Versammlung kamen etwa 250 zusammen, um gegen die Corona-Beschränkungen zu protestieren. Bei einer anderen kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Teilnehmern und Gegendemonstranten, die Polizei trennte die Gruppen.

Im Touristen-Wettstreit fühlt sich Italien jetzt schon benachteiligt

15.35 Uhr: Im Wettstreit um den Neustart des Tourismus nach der Corona-Sperre in Europa fühlt sich Italien benachteiligt. Die Italiener würden respektlos behandelt, erklärte Außenminister Luigi Di Maio am Samstag. "Wenn uns jemand wie ein Lazarett behandeln will, möge er wissen, dass wir nicht untätig bleiben." Di Maio wirbt um einheitliche Grenzöffnungen in der EU am 15. Juni und reist dazu am 5. Juni nach Deutschland, anschließend nach Slowenien und dann nach Griechenland.

"Ich verstehe den Wettbewerb zwischen den einzelnen Staaten, er ist legitim solange er gesund und fair ist. Italien ist wunderschön, einzigartig und hat unglaubliche Attraktionen und fantastische Strände. Und höchstwahrscheinlich hat es keine Rivalen."

Italien hat es in der Corona-Krise besonders hart getroffen, mehr als 33.000 Menschen starben. Die Zahl der Infektionen sinkt aber seit langem. Die Regierung selbst hatte allerdings monatelang wegen der vielen Infektionen Alarm geschlagen, einen der härtsteten Lockdowns in der EU verhängt und auf EU-Gelder für den Gesundheitsnotstand gepocht. Italien hängt vom Tourismus ab und befürchtet nun, dass Urlauber zum Beispiel aus Deutschland andere Länder wie Griechenland bevorzugen. Premierminister Giuseppe Conte hatte angekündigt, dass Italien seine Grenzen am 3. Juni für den Schengen-Raum öffnet.

TOP-NEWS: Mehrere Menschen nach Feiern in Göttingen mit Covid-19 infiziert – Sozialdezernentin spricht von "ernster" Lage

14.51 Uhr: Bei einigen privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. Wie die "HAZ" berichtet, seien bei der Feier des Zuckerfestes zum Ende des Fastenmonats Ramadan Hygieneregeln nicht berücksichtigt worden. Mindestens 25 Menschen seien nun infiziert, ein Mann soll auf der Intensivstation liegen und künstlich beatmet werden.

"Derzeit werden alle Kontaktpersonen ersten Grades in Stadt und Landkreis Göttingen auf das Virus getestet, um einen Überblick über die Situation zu erlangen", erklärte die Stadtsprecherin. Auch am Pfingstwochenende solle getestet werden. Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewege sich im dreistelligen Bereich. Unter den Kontaktpersonen seien auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen seien bereits informiert. Die Sozialdezernentin von Göttingen bewertet die Lage als "ernst". Er ginge nun darum, eine große Zahl von Infektionen über Tests und das Nachvollziehen von Kontaktketten zu verhindern. "Alle arbeiten unter Hochdruck".

Das Gesundheitsamt verfolge am Wochenende unter Hochdruck die Infektionsketten, Quarantäneverfügungen würden umgehend erstellt. Nach Mitteilung von Samstag sind in Stadt und Landkreis Göttingen derzeit 100 Personen an Covid-19 erkrankt, 17 mehr als am Vortag.

Die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" (HNA) berichtete, dass am Freitag eine unter Quarantäne stehende Person in Göttingen von Ordnungsamt und Polizei zum Gespräch mit einem Richter gebracht wurde, weil die Person mehrfach gegen die Quarantäneauflagen verstoßen und sich in der Innenstadt von Göttingen aufgehalten habe. Ob es hier einen Zusammenhang mit den neuen Corona-Ausbrüchen gebe, könne weder gänzlich ausgeschlossen noch bestätigt werden, hieß es dazu von der Stadt. imago images/spfimages

Argwohn gegenüber Touristen: Mecklenburg-Vorpommern schickt Appell an Bürger

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung und der Landestourismusverband wollen bei der eigenen Bevölkerung um mehr Akzeptanz für den Tourismus werben. Zum Start einer umfangreichen Kampagne präsentierten Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Verbandsvertreter laut Pressemitteilung am Samstag ein 40 mal 40 Meter großes Banner an der Fassade eines Hotels in Rostock-Warnemünde mit dem Slogan "Wir sind Urlaubsland".  dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Urlauber gehen über einen Zugang zum Ostseestrand.

Mecklenburg-Vorpommern hatte zwischen Mitte März und dem 25. Mai auswärtigen Touristen die Einreise untersagt. Manche Einheimische begegneten Auswärtigen in dieser Zeit mit Misstrauen und Argwohn. Seit Beginn der Corona-Krise hätten sich "Bilder von ausgeladenen Gästen und Artikel über zerkratzte Autos" durch die öffentliche Debatte gezogen, hieß es in der Mitteilung. Auch wenn unfreundliche Gastgeber Ausnahmeerscheinungen gewesen seien, hätten sie die Wahrnehmung des Landes deutlich mitgeprägt und Vertrauen zerstört.

Bundeswehrsoldat infiziert

13.49 Uhr: Die Bundeswehr fliegt laut "Spiegel" nach Afghanistan, um zwei am Coronavirus erkrankte deutsche Polizisten aus der Hauptstadt Kabul nach Hause zu holen. Eine Sprecherin der Luftwaffe bestätigte AFP, dass am Samstag "im Zusammenhang mit Covid 19" ein Medivac-Flugzeug in Richtung Afghanistan gestartet sei. Der A400M soll laut "Spiegel" nach einem Zwischenstopp im Bundeswehr-Lager in Masar-e-Scharif am Sonntag nach Kabul fliegen und die Polizisten abholen.

Bereits Anfang der Woche hatten demnach insgesamt drei Polizeibeamte in Afghanistan Symptome einer möglichen Covid-19-Erkrankung registriert und sich testen lassen. Bei zwei von ihnen fiel der Test positiv aus, bei dem dritten Beamten war das Ergebnis negativ. Vorerst wurden die Beamten am Flughafen von Kabul, wo mehrere Nato-Nationen stationiert sind, räumlich isoliert und medizinisch behandelt. Ende der Woche dann erbat das Innenressort laut "Spiegel" dringlich Amtshilfe der Bundeswehr.

TOP-NEWS:Nach Covid-19-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Tuberkulose bei Crew-Mitglied diagnostiziert

13.36 Uhr: Wie aus einem Brief des Gesundheitsministerium im australischen New South Wales hervorgeht, wurde bei einem Crew-Mitglied des Schiffes „Ruby Princess“ Tuberkulose diagnostiziert. Die betroffene Person befinde sich derzeit in Behandlung im Royal Prince Alfred Krankenhaus in Sydney. Über den Brief berichtet ein Reporter von "7NewsSydney" auf Twitter.

Das Schiff war zuvor in die Schlagzeilen geraten, da es verantwortlich für 10 Prozent aller Corona-Fälle in Australien sein soll, nachdem das Virus an Board ausgebrochen war.

Im Falle der aktuellen Tuberkulose-Infektion bestehe aber laut dem Brief nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich Passagiere ansteckt haben könnten. Zum einen sei die Person erst mehrere Wochen nach Ende der Reise diagnostiziert worden und zum anderen bedürfe es, anders als beim Corona-Virus, längeren und engen Kontakt zu einer erkrankten Person, um sich anzustecken.

Kontaktverbot soll Mitte Juni in Thüringen fallen

Thüringen will Mitte Juni das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot aufweichen. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung sehe vor, dass die Kontaktbeschränkungen dann nur noch als Empfehlung gelten sollten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Er bestätigte damit einen Bericht der "Thüringer Allgemeinen". Die derzeit geltende Vorgabe, dass sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, wäre dann nicht mehr bindend und könnte bei Verstößen auch nicht mehr mit Bußgeldern belegt werden.

Bund und Länder hatten sich zuletzt darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten können. Thüringen hatte sich jedoch abweichende Regelungen offen gehalten. dpa/Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen.

Der Mindestabstand von 1,5 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Verkehr sowie in Geschäften werde aber auch mit der neuen Thüringer Corona-Verordnung beibehalten, sagte Schenker. Der kritische Wert bei Neuinfektionen solle mit 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche strenger gefasst werden, um bei lokalen Infektionsherden schneller eingreifen zu können. Derzeit liegt er bei 50 neuen Infektionen. Über die neue Verordnung will das Kabinett laut Schenker am 9. Juni entscheiden. Sie könnte dann am 11. oder 13. Juli in Kraft treten.

Protest gegen Corona-Maßnahmen: Autokorso durch Berlin gestartet

12.59 Uhr: Als Protest gegen die Corona-Maßnahmen ist vor dem Berliner Olympiastadion ein Autokorso gestartet. Mehrere Dutzend Wagen und Motorräder folgten am Samstagvormittag hupend dem auffälligen Porsche von Vegan-Koch und Bestsellerautor Attila Hildmann. Sie wollten am Nachmittag vor dem Kanzleramt eintreffen. Hildmann (39) war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen aufgefallen, er hatte mehrfach zu Versammlungen aufgerufen. Zum Start am Samstagmorgen posierte er mit einer Deutschlandfahne vor dem Stadion. Die Polizei begleitete die Aktion.

Insgesamt sind in Berlin für das Wochenende zahlreiche Demos angekündigt. Nach wochenlanger Corona-Einschränkung gibt es dabei nun keine Begrenzung der Teilnehmerzahl mehr.

Versammlungen sind am Samstag laut Polizei am Rosa-Luxemburg-Platz, am Alexanderplatz, am Großen Stern und vor dem Reichstag angemeldet. Forderungen der Demonstranten sind zum einen, alle Einschränkungen der Grundrechte durch die Corona-Pandemie zu beenden. Hinzu kommen Aufzüge, die sich gegen reche Hetze und Verschwörungsmythen wendeten.

Das Berliner Bündnis gegen Rechts hatte vorab mitgeteilt, Anhänger von Verschwörungsideologien inszenierten sich an symbolträchtigen Orten. Dem wolle man sich entgegenstellen.

"Was für ein Irrtum!": Merkel redet Deutschen ins Gewissen

11.48 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat den Bürgern für ihre Besonnenheit in der Corona-Krise gedankt. "Wir haben diese Prüfung bisher recht gut bestanden. Wir alle zusammen, eine überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land, haben uns von Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere leiten lassen", sage die CDU-Politikerin in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. "Wir haben uns viel erspart. Unsere gemeinsame Leistung ist nämlich das, was bei uns glücklicherweise nicht eingetreten ist."

Merkel warnte zugleich davor, die Risiken zu unterschätzen. "Mancher glaubt jetzt, weil das große massenhafte Leid nicht eingetreten ist, sei auch die Gefahr wohl nie so groß gewesen. Was für ein Irrtum!" Ein Blick in befreundete Länder zeige, was hätte passieren können. dpa/Michael Kappeler/dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird voraussichtlich nicht zum geplanten G7-Gipfel in die USA fliegen.

Die Kanzlerin erklärte, sie hoffe, dass weitere Lockerungsschritte möglich seien, rief aber auch zur Rücksichtnahme auf. "Ich bitte Sie: Freuen wir uns über alles, das jetzt wieder geht, und nutzen wir es. Aber seien wir dabei rücksichtsvoll, und respektieren wir das Schutzbedürfnis der Anderen." Wie in den vergangenen vier Monaten habe es auch weiterhin jede und jeder weitgehend selbst in der Hand, Risiken zu vermeiden und die Gesellschaft vor Schlimmerem zu bewahren.

Merkel verwies auch auf die bisherigen staatlichen Hilfsprogramme und kündigte weitere Unterstützung an. "Natürlich ist es mit diesen Soforthilfen nicht getan." In der kommenden Woche will die Regierung ein Konjunkturprogramm beschließen.

Kein Strafverfahren gegen Kretschmer wegen fehlender Maske – 150-Euro-Bußgeld droht

11.43 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit seinem Verzicht auf einen Mundschutz bei einer Diskussion mit Demonstranten nicht strafbar gemacht. Die Ermittlungsbehörde sieht darin eher eine Ordnungswidrigkeit und hat die Sache an die Landeshauptstadt Dresden abgegeben.

"Eine Straftat war nicht erkennbar", sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage. Nach einem Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten" muss die kommunale Behörde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren prüfen – und ob 150 Euro Bußgeld gegen den Regierungschef verhängt werden. dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpabild Michael Kretschmer (CDU, M) spricht im Großen Garten mit Anhängern von Verschwörungstheorien zur Corona-Krise.

Kretschmer hatte am 17. Mai in Dresden mit Demonstranten diskutiert, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten, und dabei keinen Mundschutz getragen. Schon vor Ort hatte er erklärt, dass er eine Mund-Nase-Bedeckung normalerweise nutze, bei dieser Gelegenheit aber darauf verzichte, weil die Demonstranten einen solchen Mundschutz ablehnten.

Bei der Diskussion hatten Menschen den Regierungschef in einem Pulk umringt, obwohl er mehrfach auf den Mindestabstand hinwies. Ein Anwesender hatte dann Strafanzeige gegen Kretschmer wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz gestellt.

Niederländische Bürgermeister an deutsche Nachbarn: Kommen Sie nicht

10.44 Uhr: Die Bürgermeister der niederländischen Grenzorte haben ihre Nachbarn in Nordrhein-Westfalen freundlich gebeten, an Pfingsten zu Hause zu bleiben. Die Sorge sei groß, dass sich das Corona-Virus durch große Menschenansammlungen schnell verbreiten werde, schrieb der Venloer Bürgermeister Antoin Scholten in einem Offenen Brief am Freitag im Namen aller 15 Bürgermeister der südlichen Region der Niederlande. Normalerweise seien die Deutschen sehr geschätzte Gäste. "Wir vermissen Sie", so die Bürgermeister: "Wir bitten Sie aber jetzt von Nachbar zu Nachbar, nicht zu kommen, wenn es nicht wirklich notwendig ist." dpa/David Young/dpabild Menschen gehen an zahllosen Fahrrädern vorbei, die in der Innenstadt stehen.

Scholten lobte die deutschen Nachbarn auch, dass sie zu Himmelfahrt nicht massenhaft zum Shoppen in die Region Limburg gekommen seien: "Wir hoffen, dass Sie noch eine Weile durchhalten können."

Die Behörden fürchten vor allem, dass es in den Einkaufsstraßen etwa in Venlo zu voll wird – oder dass lange Warteschlangen vor dem Designer Outlet in Roermond entstehen.

Spahn enttäuscht über Rückzug der USA aus der WHO

10.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat mit Enttäuschung auf den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert. Die von US-Präsident Donald Trump am Freitag verkündete Entscheidung sei ein "enttäuschender Rückschlag für die internationale Gesundheitspolitik", schrieb Spahn am Samstag im Onlinedienst Twitter auf Deutsch, Englisch und Französisch. Zugleich räumte der Minister Reformbedarf bei der WHO ein.

"Damit die WHO eine Zukunft hat, braucht sie Reformen", schrieb Spahn. Außerdem müsse sich Europa "stärker engagieren, auch finanziell". Dies wolle er zu einer der Prioritäten seines Ministeriums während Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft machen, die am 1. Juli beginnt.

Trump hatte am Freitag in Washington gesagt, da die WHO die nötigen und geforderten Reformen nicht umgesetzt habe, "werden wir unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation heute beenden". Im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie hatte der US-Präsident bereits Mitte April die US-Zahlungen an die WHO eingestellt. Trump wirft der UN-Unterorganisation seit Wochen "Missmanagement" in der Corona-Krise sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor, wo das neuartige Virus zuerst bei Menschen festgestellt worden war.

Die USA waren bislang der größte Beitragszahler der WHO. Die US-Zahlungen an die Organisation beliefen sich laut Trump auf rund 450 Millionen Dollar (412 Millionen Euro) jährlich.

TOP-NEWS: Absage an Trump: Merkel will nicht zum G7-Gipfel in die USA fliegen

09.21 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich nicht zum geplanten G7-Gipfel in die USA fliegen. "Die Bundeskanzlerin dankt Präsident Trump für seine Einladung zum G7-Gipfel Ende Juni in Washington. Stand heute kann sie in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage ihre persönliche Teilnahme, also eine Reise nach Washington, nicht zusagen", erklärte ein Regierungssprecher am Samstag auf Anfrage in Berlin. Merkel werde die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten. dpa/Michael Kappeler Während Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihr Management in der Corona-Krise gelobt wird, steht US-Präsident Trump in der Kritik.

Zuvor hatte das Magazin "Politico" unter Berufung auf Regierungssprecher Steffen Seibert über die Absage berichtet. US-Präsident Donald Trump peilt für Ende Juni ein reales G7-Gipfeltreffen in Washington an. Die US-Hauptstadt und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Donald Trump hatten sich zuvor für ein reales G7-Treffen im kommenden Monat ausgesprochen. Bei einem Telefongespräch hätten die beiden über die Wichtigkeit eines persönlichen Zusammentreffens der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrieländer gesprochen, teilte Downing Street am Freitag mit.


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