Neue Studien machen Hoffnung: Corona-Immunität könnte mehrere Jahre anhalten

Neue Studien machen Hoffnung: Corona-Immunität könnte mehrere Jahre anhalten

2020-11-20

Wenn jemand sich einmal mit Sars-CoV-2 infiziert hat – ist er dann immun? Und wenn ja, wie lange? Fragen wie diese beschäftigen seit Monaten Wissenschaftler der ganzen Welt, auch für die Impfstoffentwicklung ist das relevant. Neue Untersuchungen machen Hoffnung auf eine Langzeitimmunität.

Die Immunität nach einer Corona-Infektion könnte Menschen jahrelang vor einer schweren Neuerkrankung schützen. Zu diesem Ergebnis kam ein Wissenschaftsteam aus Kalifornien im Rahmen einer neuen Untersuchung.

Forscher vom La Jolla Institute for Immunology untersuchten 185 Covid-19-Genesene. Sie stellten fest, dass sich bei den ehemaligen Patienten auch acht Monate nach ihrer Infektion noch genügend Immunzellen fanden, um das Virus abzuwehren.

Der "New York Times" erklärte Studienautor Shane Crotty: "Dieses Ausmaß an Gedächtniszellen schützt wahrscheinlich die überwiegende Mehrheit der Menschen für viele Jahre davor, schwer zu erkranken".

„Auch das ist Immunität“, erklärte etwa Virologe Ulf Dittmer gegenüber FOCUS Online. „Wenn eine Person bei einer zweiten Infektion nicht mehr erkrankt. Das Immunsystem sorgt dann zwar nicht dafür, dass die Infektion ganz verhindert wird – aber es sorgt dafür, dass das Virus so kontrolliert wird, dass es keine Erkrankung mehr hervorruft.

Anzumerken bleibt jedoch, dass die Studie bislang lediglich auf einem Preprint-Server veröffentlicht wurde, die Begutachtung unabhängiger Wissenschaftler steht noch aus.

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Mehrere Hinweise auf stabile Corona-Immunität

Die Studie ist jedoch nicht die erste, die auf eine Langzeitimmunität hindeutet. So hatten US-Wissenschaftler bereits Mitte August Hinweise auf eine stabile Immunität gefunden. Die Forscher der University of Washington hatten untersucht, wie stark das Immungedächtnis bei Sars-CoV-2-Patienten war, die nur wenige oder milde Symptome gezeigt hatten.

Dabei analysierten sie nicht nur die Menge der Antikörper, sondern auch B- und T-Gedächtniszellen. Beide sind ebenfalls Bestandteile der Immunabwehr und blieben nach der Infektion nicht nur erhalten. In einigen Fällan nahmen sie lauten den Forschern sogar in den darauffolgenden Monaten wieder zu. Auch diese Untersuchung wurde auf einem Preprint-Server veröffentlicht.

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Immunität relevant für Impfstoffentwicklung

Für die Impfstoffentwicklung spielt die Dauer der Immunität ebenfalls eine Rolle. Die Studienergebnisse machen Hoffnung, dass Impfstoffe mit einer hohen Wirksamkeit wie etwa von Biontech/Pfizer oder Moderna Menschen für eine gewisse Zeit immunisieren können. Damit könnten die Vakzine sehr dabei helfen, die Virusverbreitung zu stoppen.

Experten zeigen sich von den Studienergebnissen nicht überrascht. Der "New York Times" erklärte etwa Immunologin Akiko Iwasaki von der Yale University, dass das Immunsystem damit bei einer Sars-CoV-2-Infektion nicht anders reagiere, als bei anderen Erregern. Das sei "das, was auch passieren soll". Dennoch hält sie die Ergebnisse für "aufregende Neuigkeiten".

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