Streit um Hunderttausende Atemmasken: Schweiz bestellt deutschen Botschafter ein

Streit um Hunderttausende Atemmasken: Schweiz bestellt deutschen Botschafter ein

2020-03-08

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 800 bestätigte Corona-Fälle. Weltweit sind es bereits über 100.000. Mehr als 3.500 Todesopfer hat Covid-19 bislang gefordert. Finden Sie alle Informationen zum Coronavirus-Ausbruch im News-Ticker auf FOCUS Online.

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Streit um Atemmasken: Schweiz bestellt deutschen Botschafter ein

Topmeldung (09.32 Uhr): Das deutsche Ausfuhrverbot für Schutzkleidung zum Kampf gegen das neue Coronavirus hat laut einem Medienbericht zu diplomatischen Spannungen mit der Schweiz geführt. Wie das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) der "NZZ am Sonntag" mitteilte, habe die Eidgenossenschaft den deutschen Botschafter vorgeladen und sei auch bei den zuständigen Ministerien in Berlin vorstellig geworden. "Bei diesen Kontakten wurden die deutschen Behörden mit Nachdruck aufgefordert, die blockierten Sendungen umgehend freizugeben", zitiert die Zeitung aus einer Antwort des Seco.

Laut "NZZ am Sonntag" wird derzeit ein Lastwagen eines Schweizer Unternehmens von deutschen Zollbehörden daran gehindert, in die Schweiz zu fahren. Der Lastwagen sei mit 240.000 Schutzmasken beladen. Laut dem Seco sei das kein Einzelfall.

Die deutsche Bundesregierung hatte am Mittwoch ein Ausfuhrverbot für medizinische Schutzausrüstung erlassen. Da die Schweiz kaum medizinisches Verbrauchsmaterial produziert, wurde sie hart von der Maßnahme getroffen.

Bestätigte Corona-Fälle in Deutschland nach Bundesland

Baden-Württemberg: 182

Bayern: 148

Berlin: 28

Brandenburg: 2

Bremen: 4

Hamburg: 13

Hessen: 17

Mecklenburg-Vorpommern: 7

Niedersachsen: 21

Nordrhein-Westfalen: 392 (Landkreis Heinsberg besonders betroffen)

Rheinland-Pfalz: 15

Saarland: 4

Sachsen: 4

Schleswig-Holstein: 8

Thüringen: 2

Gesamt: 847

Quelle: Robert-Koch-Institut (Stand: 8. März, 8 Uhr)

. dpa Wie der Coronavirus-Test funktioniert

 

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Wichtige Telefonnummern bei Covid-19-Verdacht

Die Regierung empfiehlt: Bei Coronavirus-Symptomen ist es besser anzurufen, statt im Wartezimmer zu sitzen.

  • 116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • 115: Einheitliche Behördennummer
  • 0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland
  • 030 346 465 100: Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums
  • “ target=“_blank“ class=“ps-tracking-comlinks ps-trackingname_FOLJAM_11741568 externalLink“ title=“Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt“ rel=“nofollow“>Coronavirus-Verdacht? Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt

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Jens Spahn rechnet mit mehr Einschränkungen durch Coronavirus

12.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet gleichzeitig damit, dass noch mehr Großveranstaltungen in Deutschland abgesagt werden müssen. Für die Unternehmen, die vom Ausfall der Großveranstaltungen betroffen sind, fordert der Gesundheitsminister wirtschaftliche Unterstützung. „Das hat insbesondere für kleinere Betriebe, für Handwerker, Gastronomen oder Dienstleister große wirtschaftliche Folgen. Daher sollten wir hier über eine gezielte und zügige Hilfe nachdenken“, so Spahn.

21 Corona-Infizierte an Bord: Kreuzfahrtschiff "Grand Princess" darf in Oakland anlegen

11.11 Uhr: Das wegen mehrerer Coronavirus-Infektionen vor der Küste Kaliforniens gestoppte Kreuzfahrtschiff darf im Hafen von Oakland anlegen. Das teilte der Kapitän der "Grand Princess" laut US-Medienberichten am Samstagabend (Ortszeit) den rund 3500 Menschen an Bord mit. Reisende hatten seine Ansprache aufgenommen und örtlichen Medien geschickt. Stadtrat Larry Reid aus Oakland bestätigte dem "San Francisco Chronicle" die Angaben. Das Schiff werde am Montag in einem derzeit nicht genutzten Abschnitt des dortigen Hafens erwartet, hieß es.

Die Ausschiffung soll mehrere Tage dauern. Passagiere, die ärztliche Hilfe benötigten, würden in Krankenhäuser gebracht, die anderen müssten in Quarantäne. Die Besatzung solle bis auf Weiteres auf dem Schiff bleiben. An Bord waren zunächst 45 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bei 21 von ihnen – 19 Crewmitgliedern und 2 Passagieren – wurde das Virus nachgewiesen. US-Soldaten hatten die Testkits per Hubschrauber an Bord gebracht. US-Vizepräsident Mike Pence hatte betont, alle Menschen an Bord sollten auf Sars-CoV-2 getestet und bei einer Infektion in Quarantäne untergebracht werden.

Die "Grand Princess" befand sich auf dem Rückweg von einer zweiwöchigen Kreuzfahrt nach Hawaii, als sie am Mittwoch rund 100 Kilometer vor der Küste von San Francisco gestoppt wurde: Ein früherer Passagier (71) war nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, vier weitere hatten sich angesteckt. Mehrere Teilnehmer der vorigen Reise hätten auch die Hawaii-Kreuzfahrt gebucht und seien daher auf dem Schiff geblieben, hieß es in Medienberichten. Insgesamt sollen rund 2400 Passagiere und 1100 Crewmitglieder an Bord sein. Der Hafen von Oakland ist nicht weit von San Francisco entfernt.

Zuvor war bereits ein anderes Schiff der Flotte, die "Diamond Princess", zwei Wochen lang wegen des Coronavirus im Hafen von Yokohama in Japan unter Quarantäne gestellt worden.

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Malaysia und Thailand lassen Kreuzfahrtschiff aus Coronavirus-Angst nicht anlegen

11.00 Uhr: Aus Angst vor dem Coronavirus haben Malaysia und Thailand einem Kreuzfahrtschiff mit dutzenden Italienern an Bord das Anlegen in ihren Häfen untersagt. Der malaysische Politiker Phee Boon Poh sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, der Bundesstaat Penang habe der "Costa Fortuna" verboten, an seiner Küste anzudocken.

Zuvor war das Schiff am thailändischen Hafen von Phuket abgewiesen worden. Nach Angaben der Reederei Costa Cruises gibt es keinen Coronavirus-Verdachtsfall an Bord des Schiffs.

Laut Phee stand das Anlegeverbot für die "Costa Fortuna" in Penang im Zusammenhang mit einer Entscheidung der malaysischen Regierung, Kreuzfahrtschiffe nur noch eingeschränkt Genehmigungen zum Einlaufen in malaysische Häfen zu erteilen. Die "Costa Fortuna" sei nun auf dem Weg nach Singapur, sagte Phee weiter.

Zahl der Coronavirus-Infektionen in Österreich deutlich gestiegen

10.03 Uhr: Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus ist in Österreich am Wochenende deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministerium gab es bis Sonntag, 8 Uhr, 104 bestätigte Fälle in der Alpenrepublik. Am Freitagabend hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz noch von 63 bestätigten Fällen gesprochen.

Kurz hatte dabei auch angekündigt, dass die Alpenrepublik sämtliche Direktflüge nach Mailand, Bologna, Südkorea und in den Iran für zwei Wochen einstellen wird. Zudem sollen punktuell Gesundheitschecks an der österreichisch-italienischen Grenze durchgeführt werden.

Formel 1: Bahrain-Rennen wegen Coronavirus ohne Zuschauer

09.15 Uhr: Das Formel-1-Rennen in Bahrain findet hinter verschlossenen Toren statt. Die Veranstalter des zweiten Saisonrennens reagierten mit der bislang einmaligen Maßnahme in der Königsklasse des Motorsports auf den grassierenden neuartigen Coronavirus. Zuschauer wird es beim Rennen auf dem Kurs in der Wüste von Sakhir am 22. März damit nicht geben.

"Die Sicherheit hat oberste Priorität", teilten die Veranstalter in einer Mittelung auf Facebook am Sonntag mit. Die Entscheidung sei in Beratung mit internationalen Partnern und dem Gesundheits-Krisenstab des Königreichs gefallen. Bereits zuvor war der Ticketverkauf ausgesetzt worden.

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"Wenn man schon an Corona erkrankt, dann am besten in Deutschland"

07.51 Uhr: Andreas Gassen, Chef der deutschen Kassenärzte, hält Deutschland für gut auf den Coronavirus vorbereitet. "Wir haben 28.000 Beatmungsplätze in Deutschland. Das ist mehr als die Zahl der weltweit schwer erkrankten Coronainfizierten", sagte Gassen in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Das Gesundheitssystem in Deutschland sei "extrem leistungsfähig", so der Kassenärzte-Chef weiter. "Wenn man schon an Corona erkrankt, dann am besten in Deutschland!"

Mindestens vier Tote nach Einsturz von Quarantäne-Hotel in China

Sonntag, 8. März, 07.08 Uhr: Nach dem Einsturz eines als Quarantäne-Unterkunft genutzten Hotels in der chinesischen Küstenstadt Quanzhou sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Nach dem Einsturz am Samstag wurden demnach 42 Menschen aus den Trümmern gerettet, von denen jedoch fünf schwer verletzt waren. Insgesamt wurden 71 Menschen eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten mit Hunderten Einsatzkräften dauerten an. 

Laut staatlicher Medien ergab eine erste Untersuchung, dass Renovierungsarbeiten in dem Gebäude der Auslöser für das Unglück gewesen sein könnten. Die Polizei nahm den Besitzer des Gebäudes am Sonntag in Gewahrsam.

Spahn rechnet mit Todesfällen in Deutschland

Sonntag, 8. März, 06.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet auch in Deutschland mit Toten durch das Coronavirus. Das sagte er in einem Interview mit der "Bild am Sonntag": "Für ältere Menschen, die bereits gebrechlich und krank sind, besteht ein größeres Risiko. Deshalb müssen wir auch in Deutschland mit Sterbefällen rechnen", so Spahn.

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10 Millionen Einwohner betroffen: Italien will mehrere Regionen im Norden absperren

22.20 Uhr: Die italienische Regierung erwägt nach Medienberichten wegen der Coronavirus-Krise die Sperrung der Lombardei und weiterer Gebiete im Norden. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll noch am Abend beschlossen werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.  Es seien rund 10 Millionen Einwohner betroffen.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa und andere Medien am Samstagabend berichteten, könnten dann Ein- und Ausreiseverbote für die besonders von der neuartigen Lungenkrankheit betroffenen Region Lombardei inklusive der Millionenmetropole Mailand sowie elf weitere Provinzen verhängt werden.

Genannt werden Provinzen im Piemont, in Venetien, in der Emilia-Romagna und den Marken. Es sind Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro und Urbino, Venedig, Padova, Treviso sowie Asti und Alessandria. Die Lombardei gilt als Herz der italienischen Wirtschaft.

US-Bundesstaat New York verhängt Notstand wegen Coronavirus

20.47 Uhr: Im US-Bundesstaat New York gilt wegen des neuen Coronavirus nun der Notstand. Derzeit gebe es dort 76 bestätigte Fälle, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag in der Hauptstadt Albany. In dem Staat leben knapp 20 Millionen Menschen, davon rund 8,5 Millionen in der Metropole New York City. 57 Fälle traten bisher in deren Vorort Westchester auf, elf in New York City. Bisher wurden in dem Bundesstaat noch keine durch das Virus verursachten Todesfälle bestätigt.

In den Vereinigten Staaten ist ein Notstand in erster Linie ein wichtiger bürokratischer Akt, weil Zuständigkeiten von der Bundesebene an regionale und lokale Behörden verlagert werden. Im Fall von Corona könnten staatliche Bedienstete schneller nötige Einkaufsaufträge zur Versorgung von Erkrankten vergeben und Aushilfen in Städten einstellen, in denen besonders viele Fälle auftreten, erklärte Cuomo.

Auch in den Bundesstaaten Kalifornien, Maine und Washington an der Westküste der USA wurde bereits der Notstand verhängt. Laut Zählungen der "New York Times" gab es in den Vereinigten Staaten bis Samstagnachmittag rund 350 bestätigte Fälle und 17 Tote.

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Eishockey-WM der Frauen abgesagt – auch Männerturnier in Gefahr

20.17 Uhr: Die Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen in Kanada sind wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden. Die Titelkämpfe sollten am 31. März mit Austragungsorten Halifax und Truro eröffnet werden. Die Entscheidung sei per Telefonkonferenz getroffen worden, teilte die International Ice Hockey Federation IIHF am Samstag auf Twitter mit.

Der Kanadische Eishockey-Verband und die Regierungsbehörde des Sports seien dabei, die beteiligten Nationen und ihre Partner über die Absage zu informieren. "Es ist beängstigend", sagte IIHF-Präsident René Fasel der Nachrichtenagentur AP. Schon einmal wurden die Welttitelkämpfe der Frauen abgesagt, im Jahr 2003 wegen des Sars-Virus in China.

Akut gefährdet ist nun auch die Weltmeisterschaft der Männer, die vom 8. bis 24. Mai in der Schweiz geplant ist. Bis Mitte April will die IIHF entscheiden, ob die Titelkämpfe ausgetragen werden können.

Mittlerweile fast 800 Corona-Fälle in Deutschland

Samstag, 7. März, 18.20 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle bis Samstagnachmittag auf 795 gestiegen. Dies teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Noch am Morgen hatte es die Zahl der deutschlandweiten Infektionen mit 684 angegeben.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor Nordrhein-Westfalen mit inzwischen 373 Fällen. Mehr als 200 davon entfallen auf den Landkreis Heinsberg, dem größten Infektionsherd in Deutschland. Viele neue Fälle wurden auch aus Baden-Württemberg gemeldet, wo inzwischen bei 170 Menschen das neuartige Coronavirus festgestellt wurde. In Bayern sind es 134.

Die meisten anderen Bundesländer registrierten bisher nur Einzelfälle. Sachsen-Anhalt ist weiter das einzige Land, aus dem noch keine bestätigte Coronavirus-Infektion gemeldet wurde.

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