Top-Virologe besorgt über aktuelle Lage: Drosten erwartet sehr komplizierte erste Jahreshälfte

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2021-01-04

Die Coronavirus-Pandemie hält Deutschland fest im Griff. Das Niveau der Neuinfektionen und der Todesfälle bleibt erschreckend hoch – trotz Impfstart. Inzwischen haben sich die Bundesländer wohl auf eine Verlängerung des Lockdowns geeinigt. Alles Wichtige zur Coronavirus-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Coronavirus-Pandemie am 4. Januar 2021

  • Lauterbach fordert nun Ziel-Inzidenzwert von 25 und Lockdown-Verlängerung ohne Enddatum (06.25 Uhr)
  • 11.100 Neuinfektionen in Deutschland – jetzt mehr als 400.000 Menschen in NRW positiv getestet (22.06 Uhr)

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Lauterbach fordert nun Ziel-Inzidenzwert von 25 und Lockdown-Verlängerung ohne Enddatum

Montag, 4.1.2021, 06.25 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen "konsequenten" und zeitlich nicht befristeten Lockdown gefordert. Er verwies dabei auch auf die Mutation des Coronavirus. "Wir müssen die Neuinfektionen deutlicher reduzieren als bisher geplant", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Montag). "Ein Inzidenzwert von 50 reicht nicht aus, weil wir es in Zukunft wahrscheinlich mit einer Virus-Variante zu tun haben werden, die wesentlich ansteckender ist als die bisher in Deutschland verbreitete." Die Rate der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen müsse auf 25 gesenkt werden. Am Sonntag lag sie in Deutschland bei 139,6.

"Der Lockdown muss weitergehen und sollte nicht zeitlich befristet werden, sondern auf den Zielwert von 25 ausgerichtet werden", sagte Lauterbach. Er forderte zudem eine "pragmatisch-intelligente" Impfstrategie. "Wir sollten umdenken und uns damit abfinden, dass wir zunächst einmal nicht mehr Dosen von den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna haben." Die Ständige Impfkommission müsse jetzt prüfen, ob eine vorgezogene Erstimpfung auch in Deutschland praktiziert werden sollte, ähnlich wie in England. "Es gilt, in den nächsten zwölf Wochen so viele Menschen wie möglich mit der Erstimpfung zu versorgen. Die Zweitimpfung könnte dann danach erfolgen", meinte der SPD-Politiker.

An diesem Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen in der Corona-Krise über den 10. Januar hinaus entscheiden. Bis dahin gelten die aktuellen strikten Eindämmungsmaßnahmen.

11.100 Neuinfektionen in Deutschland – jetzt mehr als 400.000 Menschen in NRW positiv auf Coronavirus getestet

22.06 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Sonntag 11.100 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Pandemiebeginn auf 1.776.921.

Besonders stark war der Anstieg bei den Neuinfektionen in NRW (+1916) und Bayern (1905). In NRW sind inzwischen mehr als 400.000 Menschen positiv getestet worden.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 244.915 (+1023), 4946 Todesfälle (+22)
  • Bayern: 333.060 (+1905), 6887 Todesfälle (+71)
  • Berlin: 98.765 (+656), 1305 Todesfälle (+20)
  • Brandenburg: 47.539 (+333), 1178 Todesfälle (+25)
  • Bremen: 13.756 (+38), 204 Todesfälle (+2)
  • Hamburg: 37.751 (+212), 661 Todesfälle (+3)
  • Hessen: 139.965 (+667), 2962 Todesfälle (+45)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 12.566 (+109), 179 Todesfälle (+2)
  • Niedersachsen: 110.609 (+619), 2035 Todesfälle (+20)
  • Nordrhein-Westfalen: 400.585 (+1916), 6751 Todesfälle (+50)
  • Rheinland-Pfalz: 74.440 (+519), 1476 Todesfälle (+10)
  • Saarland: 20.670 (+50), 478 Todesfälle (+3)
  • Sachsen: 139.761 (+1761), 3369 Todesfälle (+38)
  • Sachsen-Anhalt: 32.438 (+590), 708 Todesfälle (+7)
  • Schleswig-Holstein: 25.740 (+211), 446 Todesfälle (+3)
  • Thüringen: 44.361 (+491), 1030 Todesfälle (+3)

Gesamt (Stand 03.01.2021, 21.03 Uhr): 1.776.921 (+11.100), 34.615 Todesfälle (+324)

Vortag (Stand 02.01.2021, 20.35 Uhr): 1.765.821 (+11.937), 34.291 Todesfälle (+344)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 1.381.900

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 360.406

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,91 (Vortag: 0,95)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 5762 (+36)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 3171 (+42)

Achtung: Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden.

Bislang sind 34.615 Menschen an den Folgen einer Erkrankung gestorben (+324 am Sonntag). Laut Robert Koch-Institut sind 1.381.900 Menschen, die sich mit dem Virus infiziert hatten, inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der aktiven Fälle bei 360.406.

Der R-Wert fiel laut RKI leicht, von 0,95 auf 0,91. Die Zahl der Intensivpatienten stieg unterdessen um 36 auf 5762.

Neue Coronavirus-Variante erreicht Griechenland und Zypern

18.54 Uhr: Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist auch in Griechenland und auf Zypern nachgewiesen worden. Sie sei in Griechenland bisher in vier Fällen entdeckt worden, berichtete der griechische Fernsehsender Antenna am Sonntagabend unter Berufung auf Athener Virologen. Zypern meldete am Sonntag, dass die Variante in bisher zwölf Fällen nachgewiesen worden sei. Gezielt geprüft worden seien die positiven Testergebnisse von Menschen, die vor Weihnachten von Großbritannien nach Zypern gereist waren, berichtete die Zeitung "Cyprus Times".

Griechenland und Zypern befinden sich im Lockdown, der nach leichten Lockerungen über die Feiertage wieder verschärft wurde. Zypern meldete am Samstag mehr als 600 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Im weniger stark betroffenen Griechenland lag die Zahl am Sonntag bei 390 Neuinfektionen.

Aus Schweizer Quarantäne geflüchtet: Rätsel um verschwundene Briten

17.44 Uhr: Eine Woche nach der Nachricht über Hunderte in der Schweiz verschwundene quarantänepflichtige Touristen aus Großbritannien sind Zweifel an der Dimension des Vorfalls aufgekommen. Simon Wiget, Tourismusdirektor von Verbier im Kanton Wallis, glaubt nicht, dass dort 200 oder mehr Menschen eine angeordnete Quarantäne illegal verlassen haben, wie er der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte. Zuerst hatte die "NZZ am Sonntag" über Zweifel berichtet.

Der für Verbier zuständige Gemeindesprecher Jean-Marc Sandoz hatte auch der dpa am 27. Dezember gesagt, dass von 370 identifizierten Gästen, die in Quarantäne gemusst hätten, nach Weihnachten nur noch weniger als ein Dutzend dagewesen seien. Fünf Hoteliers hätten von abgereisten Briten berichtet, die nicht regulär ausgecheckt hätten. Drei hätten unberührte Frühstückstabletts vor den Zimmern gefunden und festgestellt, dass die Menschen teils über Nacht abgereist seien. Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dp Dichtes Gedränge im Schweizer Ski-Ort Verbier.

Tourismusdirektor Wiget sagt jetzt, bei den 370 habe es sich um Personen gehandelt, die potenziell in Quarantäne gemusst hätten. Für wie viele das tatsächlich zutraf, hätten die Kantonsbehörden zu prüfen gehabt, die nie Zahlen für einzelne Gemeinden kommunizierten. Legal hätten auch diejenigen unter den 370 abreisen können, deren Quarantänepflicht an den Weihnachtstagen ohnehin vorüber war.

"Ich habe keine Information, ob Leute aus Großbritannien Quarantäneauflagen nicht respektiert haben oder illegal abgereist sind", sagte Wiget der dpa. "Bestimmte Personen respektieren Auflagen und andere nicht – das heißt aber nicht, dass alle Angehörigen derselben Gruppe Rechtsbrecher sind." Dass sich 200 oder mehr quarantänepflichtige Personen abgesetzt hätten, glaube er nicht. "Es ist schwer zu sagen, wie die Situation genau gewesen ist."

Ramelow will Bewegungsradius der Thüringer deutlich einschränken

17.03 Uhr: Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält angesichts der noch immer hohen Infektionswerte eine Verschärfung der Thüringer Corona-Regeln für nötig. Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken, sagte Ramelow am Sonntag in Erfurt. Entscheidungen werde das Thüringer Kabinett am Dienstag nach den Bund-Länder-Gesprächen fällen, kündigte er an. dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpabild Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht bei einer Videokonferenz.

Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab, wo sich entgegen den Kontaktbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Landesteilen sowie aus Franken begegneten.

Nach Angaben des Regierungschefs sollen Schulen und Kindergärten im Freistaat bis Ende Januar geschlossen bleiben. So lange würde der Lockdown beibehalten. Eine Notbetreuung solle es "nur in abgespeckter Form" geben bis zum 1. Februar, an dem der eingeschränkte Regelbetrieb wieder aufgenommen werde.

Trump: Zahl der Coronavirus-Infektionen "weit übertrieben"- Immunologe Fauci weist ihn zurecht

16.43 Uhr: Der amtierende US-Präsidenten Donald Trump hält das Ausmaß der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten für deutlich überzogen. Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, die Zahl von Infektionen und Todesfällen durch das "China-Virus" werde in den USA "weit übertrieben" durch die "lächerliche" Zählmethode der US-Gesundheitsbehörde CDC, während andere Länder absichtlich falsche niedrigere Zahlen meldeten. Im Zweifel werde etwas einfach als Covid bezeichnet, schrieb er weiter und schloss mit den Worten "Fake News!" – seinem stets wiederholten Bezug auf angebliche Falschnachrichten.

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hielt dagegen: "Die Todesfälle sind reale Todesfälle", sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag dem Fernsehsender CNN. Man müsse sich nur die Lage in den Krankenhäusern anschauen, in denen Betten knapp würden und Mitarbeiter erschöpft seien. "Das ist real, das ist nicht fake."

In den USA erreichte die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Fälle am Wochenende einen neuen Höchststand. Am Samstag meldeten die Behörden 299.087 Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Sonntagmorgen (MEZ) hervorging. Der bisherige Rekord war am 18. Dezember mit 249.664 Neuinfektionen registriert worden. Zugleich wurden allein am Samstag 2398 Tote mit einer bestätigten Corona-Infektion verzeichnet. Der bisher höchste Tageswert war am 30. Dezember mit 3750 erreicht worden. Alex Brandon/AP/dpa / Al Drago/Pool Bloomberg

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 20,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 350.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Ministerium: 185 Coronavirus-Todesfälle binnen einer Woche in Sachsen-Anhalt

16.22 Uhr: Seit Ausbruch der Pandemie sind in Sachsen-Anhalt 708 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das waren fast 200 Todesfälle mehr als noch vor einer Woche, wie aus der Statistik des Sozialministeriums in Magdeburg am Sonntag hervorgeht. Am 27. Dezember 2020 gab es demnach 523 Corona-Tote im Land. Insgesamt infizierten sich seit Ausbruch der Pandemie 32.438 Menschen mit dem Virus. Vor einer Woche meldete das Ministerium 27.725 Corona-Fälle.

Der Corona-Kennwert – die sogenannte Inzidenz – sank hingegen leicht. Am Sonntag lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 193,14. Vor einer Woche wurde eine Inzidenz von 206,85 erfasst. Die Lage in den Krankenhäusern blieb angespannt. Derzeit müssen mehr als 100 Corona-Patienten beamtet werden.

Seit dem Start der Impfkampagne vor rund einer Woche wurden zudem in Sachsen-Anhalt 12.822 Menschen geimpft, hieß es. Am ersten Weihnachtsfeiertag bekam eine 101-Jährige in einem Seniorenzentrum in Halberstadt als erste Frau im Land – und auch in Deutschland – die schützende Impfung. Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Coronavirus-Pandemie: Papst verurteilt Reisen während Lockdown

14.28 Uhr: Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise nicht zuerst an die nächste eigene Urlaubsreise zu denken. Stattdessen sollten die Menschen das Jahr 2021 nutzen, um sich verstärkt für die Schwächsten in der Gesellschaft einzusetzen. Das sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag im Anschluss an sein Mittagsgebet.

Er habe Medienberichte aus einem Land gelesen, er wisse nicht mehr aus welchem, da seien Menschen mit "mehr als 40 Flugzeugen rausgeflogen, um dem Lockdown zu entkommen und einen schönen Urlaub zu haben", sagte er. "Aber diese Menschen, die gute Menschen sind, haben nicht an die Daheimgebliebenen gedacht, an die wirtschaftlichen Probleme so vieler Menschen, die der Lockdown niedergeworfen hat, an die Kranken? Sie nehmen einfach Urlaub und wollen nur ihr Leben genießen." Das habe ihn sehr traurig gemacht.

Johnson bereitet Briten auf nochmalige Verschärfung von Coronavirus-Maßnahmen vor

14.21 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute auf noch striktere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vorbereitet. Es könne sein, dass "in den kommenden Wochen in mehreren Teilen des Landes" schwerwiegendere Maßnahmen ergriffen werden müssten, sagte der Regierungschef am Sonntag dem Rundfunksender BBC. Darunter könne etwa auch eine Schließung der Schulen sein, wie sie im März 2020 bei der ersten Corona-Welle galt.

In Großbritannien grassiert derzeit eine Mutation des Coronavirus, die ersten Erkenntnissen zufolge deutlich ansteckender ist als das Virus in seiner bisherigen Form. Am Samstag wurden 57.725 Neu-Infektionen gemeldet. Dies ist  der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Heathcliff O’malley/Daily Telegr

Zerknirscht gesteht die Schweiz Coronavirus-Fehler ein

13.41 Uhr: Der neue Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat Fehler der Regierung beim Krisenmanagement der Corona-Pandemie eingeräumt. "Zwischen Juli und September haben wir die Lage unterschätzt", sagte der Politiker der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Zeitung "SonntagsBlick". "Wir dachten, wir könnten das Virus meistern. Gedanklich war es weit weg", fügte der 61-Jährige hinzu. 

Insbesondere im Dezember sei die Koordination zwischen den Kantonen "nicht immer einfach" gewesen, räumte Parmelin ein. Im Bundesrat waren sich französischsprachige und deutschsprachige Kantone uneins darüber, ob die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verstärkt werden sollten. Parmelin bezeichnete den gefundenen Kompromiss als eine "Güterabwägung zwischen Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und der Psyche der Menschen. Es ist nicht alles schwarz-weiß", erklärte er.

Auf der Kurzbotschaftenplattform Twitter kommentierten Nutzer, dass bereits im Juli die beratende, wissenschaftliche Task-Force des Landes eine Warnung ausgesprochen habe. Damals teilten die Wissenschaftler mit, dass die Infektionen mit dem Coronavirus in einem alarmierenden Tempo anstiegen, und forderten dringend die Einführung von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus.

Während die Schweiz von der ersten Infektionswelle nur moderat getroffen worden war, schossen die Corona-Infektionszahlen ab Herbst in die Höhe. Seit Wochen vermeldet die Eidgenossenschaft mit 8,6 Millionen Einwohnern mehr als 4000 Neuinfektionen pro Tag. Impfungen gegen das Virus haben in mehreren Kantonen in nur schleppendem Tempo begonnen. dpa/Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa 886 Menschen sind im Schweizer Kanton Zürich durch die Corona-Pandemie gestorben – daran erinnern 886 Kerzen.

Zahl der Intensivpatienten weiter gestiegen, über 3.000 werden beamtet

13.32 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Erkrankten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, steigt weiter an. Nach dem aktuellen DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 5762 Patienten auf Intensivstationen versorgt, das sind 36 mehr als am Vortag. Die Zahl derjenigen, die beatmet werden müssen, stieg im Vergleich zum Vortag um 42 auf 3171. 21.894 Intensivbetten sind derzeit belegt. 17,5 Prozent der Intensivbetten sind frei.

Spanische Regionen verschärfen Maßnahmen nach Massenparty

10.24 Uhr: Mehrere spanische Regionen haben unter dem Eindruck einer illegalen Massenparty bei Barcelona die Verschärfung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus angekündigt. "Zunehmende Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Gesundheitsempfehlungen lässt eine Verschlechterung der Lage befürchten. Ein Beispiel dafür ist der illegale Rave", berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE am Sonntag.

Kritik gab es auch am späten Eingreifen der Polizei, die die Massenparty in einem Industriegebiet der Kleinstadt Llinars del Vallès bei Barcelona am Samstag erst nach knapp 40 Stunden beendet hatte. Die Betreiber von Diskotheken, die seit Monaten geschlossen sind, rauften sich vor Verzweiflung die Haare, schrieb die Zeitung "La Vanguardia".

Zwei Personen seien festgenommen worden, gegen fünf werde ermittelt und von 214 seien die Personalien aufgenommen worden, schrieb "La Vanguardia". Die möglichen Bußgelder für Verstöße gegen Corona-Maßnahmen reichen in Spanien von 1500 Euro bei leichten Fällen bis zu maximal 600.000 Euro bei schweren Zuwiderhandlungen. Derart hohe Bußgelder sind bisher aber nicht bekannt geworden.

Angesichts steigender Infektionszahlen und den befürchteten Folgen der Feiertage kündigte die Regionalregierung Madrids ab Montag die Abriegelung von 18 Gesundheitsbezirken und fünf umliegenden Gemeinden an. Die betroffenen Bewohner dürfen ihr Wohnumfeld dann nur noch aus wichtigen Gründen verlassen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen. Zugleich forderte der regionale Gesundheitsminister Enrique Ruiz Escudero die Behörden auf, die Einhaltung der Maßnahmen strenger zu überwachen.

In der spanischen Region vor Gibraltar, Campo de Gibraltar, wurden acht Gemeinden abgeriegelt, das britische Überseegebiet befindet sich schon in einem weitgehenden Lockdown und auch in Aragón und Castilla und León wurde die Bewegungsfreiheit weiter eingeschränkt.

Die neuesten Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums zur Ausbreitung von Corona stammen vom 31. Dezember. Demnach lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei knapp 132. Zum Vergleich: In Deutschland gab das Robert Koch-Institut diesen Wert am Sonntag mit 140 an. Víctor Arias/EUROPA PRESS/dpa

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