Traubenzucker – geballte Energie

Traubenzucker – geballte Energie

2020-08-05

Schon seit Jahrzehnten ist Traubenzucker eine heiß begehrte Zugabe für Kinder, die jeden Apothekenbesuch versüßt. Jugendliche und Erwachsene verbinden mit Traubenzucker einen schnellen Kraftspender: Weil Traubenzucker (= Glucose) umgehend resorbiert und über die Blutbahn direkt in Gehirn- und Körperzellen wandert, fühlen wir uns fit und leistungsfähig.

Der deutsche Name Traubenzucker ist darauf zurückzuführen, dass Glucose zum ersten Mal in Weintrauben entdeckt wurde. Die früher gebräuchliche Bezeichnung „Dextrose“ gilt heute als veraltet. Glucose ist der häufigste in der Natur vorkommende Einfachzucker und die Hauptenergiequelle in lebenden Organismen. Glucose ist unverzichtbar für den Stoffwechsel aller Lebewesen und ermöglicht uns Bewegung, Denken, Fühlen und Lebensfreude.

Vom Mund ins Blut

Mit unserer Nahrung nehmen wir Glucose meist nicht als Monosaccharid, sondern eher in gebundener Form, als Disaccharid (Saccharose, Lactose) oder Stärke, auf. Stärke ist die pflanzliche Speicherform der Glucose und besteht aus vielen Glucose-Einheiten, die kettenartig miteinander verbunden sind.

Mehr zum Thema

Zuckersüßes Beratungswissen – Teil 11

Milchzucker – ein Enzym sorgt für Toleranz

Zuckersüßes Beratungswissen – Teil 10

Honigschlecken – es ist nicht alles Gold, was glänzt

Die Verdauung beginnt schon beim Kauen im Mund. Die im Speichel enthaltene Amylase spaltet einen Teil der verzehrten Kohlenhydrate enzymatisch auf. So können bereits erste Glucose-Moleküle über die Mundschleimhaut ins Blut geschleust werden. Im Dünndarm ist es die Maltase, die Glucoseketten weiter abbaut. Vom Dünndarm aus wird Glucose mittels spezieller Glucosetransporter ins Blut abgegeben. Der Blutzuckerspiegel steigt. Jetzt ist die Bauchspeicheldrüse gefordert: Sie schüttet Insulin aus. Denn nur mit Hilfe von Insulin gelangt Glucose in die Körperzellen.

Die Glucose-Balance muss stimmen

Nicht sofort benötigte Glucose wird in der Leber und in kleineren Mengen auch in den Muskeln als Glykogen gespeichert und bei Bedarf in Glucose zurückverwandelt. In Notzeiten können alle Lebewesen zudem durch Umbau von Proteinen selbst Glucose herstellen. Das ist lebenswichtig, weil das Gehirn auf eine kontinuierliche Zufuhr von Glucose angewiesen ist: 120 Gramm pro Tag braucht es, um funktionsfähig zu bleiben.

Fällt der Blutzuckerwert zu stark ab, gerät der Körper in Not. Eine Unterzuckerung (= Hypoglykämie) kann bedrohliche Symptome wie Herzrasen, Zittern, Krämpfe bis hin zur Bewusstlosigkeit auslösen, im schlimmsten Fall droht der Tod. Umgekehrt führt ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel zu Diabetes mellitus mit all seinen schwerwiegenden Folgen. Der Körper vollbringt also jeden Tag fein austarierte Höchstleistungen, um den Blut-Glucose-Spiegel in der physiologisch erwünschten Balance zu halten.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen