Verband der Cannabis versorgenden Apotheken gegründet

Verband der Cannabis versorgenden Apotheken gegründet

2019-06-10

Die medizinische Cannabisbranche boomt – doch bei derPatientenversorgung in der Apotheke tauchen noch viele Probleme auf. Der Verbandder Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) hat sich auf die Fahne geschrieben,die Medizinalhanfversorgung effizienter und patientenfreundlicher zu gestalten.Außerdem setzt sich der Verband unter anderem für Vereinfachungen bei derIdentitätsprüfung und für die angemessene Honorierung pharmazeutischer Dienstleistungenrund um medizinisches Cannabis ein. Der frisch gegründete VCA will die kommendeExpopharm, wo medizinisches Cannabis eines der Schwerpunktthemen sein wird, mitVorträgen und Workshops unterstützen.

Intensive Patientenberatung, Rückfragen vom Arzt, Telefonatewegen Lieferengpässen: Bei der Medizinalhanfversorgung laufen alle Fäden in deröffentlichen Apotheke zusammen. Apotheker, die regelmäßig Cannabispatientenversorgen wissen, dass es dabei alles andere als rund läuft.

Die Pharmazeuten Astrid Staffeldt (stellvertretende Vorsitzende),Tobias Loder, Johannes Ertelt und Markus Fischer (Vorsitzender) wollen es nichtbei einfacher Kritik bewenden lassen. Deshalb gründeten die vier cannabis-erfahrenenApotheker am 31. Januar den Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA),um sich für bessere Bedingungen für Apotheken und Patienten in der Cannabismedizineinzusetzen. Seit der vergangenen Woche ist der VCA im Netzund Social Media präsent.

Cannabis-Analytik sinnvoll vereinfachen

Zu den Kernforderungen der Gründungsmitglieder gehört es, dieKomplexität in der Cannabisversorgung abzubauen. Dabei hat der VCA unteranderem die arbeitsaufwändige Identitätsprüfung von Cannabisblüten im Visier. „Die Prozesse rund um die Cannabisversorgungmüssen vereinfacht werden. So ist beispielsweise die Eingangsprüfung vonCannabisblüten oder -extrakten in der Apotheke sehr arbeitsintensiv  undkostet uns wertvolle Beratungszeit. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage,wie die Cannabis-Analytik auf sinnvolle und dennoch sichere Weise vereinfachtwerden könnte“, erklärt Tobias Loder, Inhaber der Lux99 Apotheke in Hürth, stellvertretendfür den VCA gegenüber DAZ.online.

AngemesseneVergütung pharmazeutischer Dienstleistungen

Außerdem fordert derVerband, im Zusammenhang mit der Diskussion um den Apothekenzuschlag, einangemessenes, auf den Arbeitsaufwand zugeschnittenes Apothekenhonorar für dieAbgabe von medizinischem Cannabis. Außerdem sollen aus Sicht des VCA die pharmazeutischenDienstleistungen  im Rahmen der Medizinahlhanfberatungvergütet werden. „Der hohe Beratungsaufwand nach allen Seiten und der sehr hohebürokratische Aufwand (Dokumentation, Prüfung, Genehmigung der Hilfsmittel,uvm.) ist enorm groß und oftmals haben Patienten nur aufgrund der Erbringungo.g. pharmazeutischer Dienstleistungen durch die Apotheken Zugang zu dieserneuen Therapie-Option“, erklären die Gründungsmitglieder auf ihrer Website.

Wie werden wohl dieKassen diese Forderungen aufnehmen, die die Cannabistherapie jetzt schon zuteuer finden? Zu diesem häufig vorgebrachten Kostenargument bringen dieGründungsmitglieder eine neue Perspektive ins Spiel. So zeige sich im Beratungsalltag,dass viele Cannabispatienten ihre bisherige Medikation reduzieren konnten.Diese ökonomischen Effekte seien allerdings noch nicht evaluiert worden.

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