Virus galt als ausgestorben: US-Forscherin infiziert sich versehentlich mit Pocken

Virus galt als ausgestorben: US-Forscherin infiziert sich versehentlich mit Pocken

2019-11-28

Als sie sich mit einer Injektionsnadel in den Finger stach, infizierte sich eine Labormitarbeiterin in den USA mit einem pockenähnlichen Virus. Die erst kürzlich eingestellte Frau hatte zuvor eine von ihrem Arbeitgeber empfohlene Impfung aus Angst vor den Nebenwirkungen abgelehnt.

Das Pockenvirus gilt seit 1980 offiziell als ausgerottet. Dennoch habe die Mitarbeiterin sofort gehandelt, als sie sich Ende 2018 versehentlich in den Zeigefinger piekste. So habe sie den Finger unmittelbar nach dem Einstich mit Wasser abgespült und den Vorfall ihrem Vorgesetzten gemeldet. Wie der "Morbidity and Mortality Weekly Report" berichtete, zeigten sich jedoch bereits nach zehn Tagen erste Symptome.

Gewebe beginnt abzusterben

Als sich Bläschen um die Einstichstelle bildeten und auch weitere Symptome, wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und ein Ödem am Finger weiter voranschritten, soll die CDC in Atlanta den Fall übernommen haben. Der Zustand der Frau habe sich jedoch mit der Zeit verschlechtert. So sei das Gewebe an ihrer Fingerkuppe immer weiter abgestorben.

CDC / Morbidity and Mortality Weekly Report Ein Stich mit einer Injektionsnadel führte bei der Labormitarbeiterin zur Infektion

Glücklicherweise konnten die Spezialisten der 26-Jährigen helfen: So sei ihr am zwölften Tag nach der Infektion eine hohe Dosis Vaccinia-Antikörper verabreicht worden. Diese bilden die Grundlage aller Pockenimpfstoffe. Zudem habe sich die Laborantin einer zweiwöchigen Tecovirimat-Theraphie unterzogen. Besonders heikel: Dieser Wirkstoff soll zuvor noch nie zur Behandlung eines Menschen eingesetzt worden sein.

So sei Tecovirimat entwickelt worden, um für eine mögliche Rückkehr des Pockenvirus gewappnet zu sein. Bereits nach 48 Stunden zeigte die Medikation ihre Wirkung: Der Großteil der Symptome habe sich zurückgebildet. Lediglich die Nekrose, also das Absterben des Gewebes, habe weitere 94 Tage angedauert.

Seuchenschutzbehörde zieht positive Bilanz

Obwohl es gar nicht erst zu der Infektion hätte kommen sollen, sieht die Seuchenschutzbehörde CDC den Fall positiv: So habe der Unfall der Frau gezeigt, wie wirksam die Kombination aus Vaccinia-Antikörpern und Tecovirimat bei Menschen ist. Die Schuld liege jedoch eindeutig bei der Labormitarbeiterin selbst: Hätte sie die Impfung zu Beginn ihrer Tätigkeit im Hochsicherheitslabor nicht abgelehnt, hätte der Vorfall womöglich verhindert werden können.

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