Corona: Ärztechefin erwartet Impfskepsis bei Heimbewohnern

Corona: Ärztechefin erwartet Impfskepsis bei Heimbewohnern

2020-11-27

Ein Corona-Impfstoff könnte Ende des Jahres zugelassen werden

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) rechnet damit, dass sich 25 Prozent der Heimbewohner in Deutschland nicht gegen Corona impfen lassen werden. »Wir wissen, dass es ältere Menschen gibt, die eine Impfung ablehnen«, sagte KVSH-Chefin Monika Schliffke dem SPIEGEL. Ein solches Verhalten sei »in einer freiheitlichen Gesellschaft auch in Ordnung«.

Entscheidend für eine »angstfreie Heim- und Krankenhausbetreuung« ist nach ihrer Ansicht vor allem eine hohe Impfquote beim medizinischen Personal. Hier erwarte man nur fünf Prozent Verweigerer, so Schliffke. In Schleswig-Holstein sollen diese beiden Gruppen zuerst geimpft werden, was nach Schätzung der KVSH bis Anfang März dauern wird.

Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Bis Mitte Dezember sollen deutschlandweit Impfzentren entstehen. In Kürze soll der erste Impfstoff verfügbar sein. Laut Schliffke werde eine Impfung »frühestens ab dem Alter von 16 Jahren möglich sein, womöglich erst ab 18«. Da keiner der Corona-Impfstoffe an Kindern getestet worden sei, dürfe er nicht an sie verabreicht werden.

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Die KVSH-Chefin geht davon aus, dass in Schleswig-Holstein bis zu 80 Ärzte täglich im Impfeinsatz sein werden. Man setze dabei auch auf Ärzte in Rente oder in Elternzeit. Hausärzte könnten eher am Wochenende und an freien Nachmittagen impfen. Keiner solle seine Praxis schließen müssen. »Wir werden das personell ganz sicher schaffen«, so Schliffke.

Für Heimbewohner seien mobile Impfteams zuständig, sagte Schliffke. Das medizinische Personal müsse bei der Hotline 116 117 anrufen. Sie gelte bundesweit. Darüber ließen sich Termine in Impfzentren vereinbaren. Ein Einladungsverfahren werde es in Schleswig-Holstein »nicht geben«.

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