Was hinter Ashton Kutchers tückischer Krankheit steckt

Was hinter Ashton Kutchers tückischer Krankheit steckt

2022-08-12

Hollywood-Star Ashton Kutcher ist für seine gute Laune bekannt. In einem Trailer für eine US-Serie spricht der Schauspieler nun jedoch erstmalig über eine schwere Zeit in seinem Leben. Der 44-Jährige litt unter Vaskulitis – einer tückischen Autoimmunkrankheit. Was Sie darüber wissen müssen.

Charmant und immer gut drauf – so kennt man Ashton Kutcher normalerweise. In einem Trailer für die Survival-Show „Bear Grylls: Stars am Limit – Die Challenge“ spricht Kutcher jetzt erstmalig über eine dunkle Zeit in seinem Leben: Der US-Schauspieler litt unter Vaskulitis – einer seltenen Autoimmunkrankheit, bei der sich die Wände von Blutgefäßen im ganzen Körper entzünden.

Einschränkung des Seh- und Hörvermögens sowie des Gleichgewichtssinns

„Vor zwei Jahren hatte ich diese seltsame und sehr seltene Form von Vaskulitis, die mein Sehvermögen, mein Gehör und mein ganzes Gleichgewicht außer Gefecht gesetzt hat“, erzählt der Filmschauspieler im Gespräch mit dem Survival-Experte Bear Grylls. Ein Jahr habe er gebraucht, um sich zu erholen.

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„Du weißt es nicht wirklich zu schätzen, bis es weg ist"

Zeitweilig sei er sich nicht mehr sicher gewesen, ob er jemals wieder in der Lage sein würde, zu hören, zu sehen oder zu laufen. Durch diese tragische Zeit schätze er das Leben und seine Gesundheit auf ganz andere Weise. „Du weißt es nicht wirklich zu schätzen, bis es weg ist“, so der Schauspieler. Mittlerweile „surfe er auf seinen Problemen, anstatt unter ihnen zu leben“. „Ich bin einfach froh am Leben zu sein“, betont er.

Was ist Vaskulitis?

Unter Vaskulitis versteht man unterschiedliche Formen von rheumatischen Entzündungen der Blutgefäße, infolge derer es zu Durchblutungsstörungen sowie zu einem Austritt von Blut und Entzündungszellen in das Gewebe kommen kann. Je nachdem, welche Gefäße erkrankt sind, treten unterschiedliche Symptome in unterschiedlichen Körperregionen auf. Auch die Haut, innere Organe, das Gehirn oder – wie bei Kutcher – Augen und Ohren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft sind auch Lunge oder Nieren betroffen.

Vaskulitiden treten nur selten aus. Nach Angaben der „Rheumaliga“ sind in Deutschland circa 200.000 Menschen betroffen.

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Ursache

Vaskulitiden entstehen in der Regel durch eine fehlerhafte Immunreaktion. Man spricht von einer Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem sieht körpereigene Substanzen fälschlicherweise als fremd an und bekämpft sie. Die Ursache für die Reaktion ist nicht bekannt. Laut aktuellen Forschungen ist ein Teil der Krankheitsentstehung auf genetische Ursachen zurückzuführen. Andere potenzielle Faktoren wie Umwelteinflüsse (Viren, Giftstoffe u.a.) sind noch nicht hinreichend bekannt.

In einigen Fällen liegen andere bekannte Erkrankungen zugrunde – zum Beispiel Infektionen oder auch andere rheumatische Erkrankungen, wie die rheumatoide Arthritis. Bei der Form von Vaskulitis, bei denen eine auslösende Ursache nicht hinlänglich bekannt ist, spricht man von primären Vaskulitiden.

Symptome

Die Symptome einer Vaskulitis sind sehr unspezifisch und können auch auf andere Erkrankungen hindeuten. Erste Beschwerden können sein:

  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Nächtliche Schweißausbrüche

Im weiteren Verlauf kann es zu folgenden Einschränkungen kommen:

  • Beschwerden am Bewegungsapparat z.B. Muskel- und Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen
  • Augenrötungen, teils schmerzhaft
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Hals-Nasen-Ohren-Probleme z.B. blutiger Schnupfen oder Hörsturz
  • Taubheitsgefühle (oft an den Füßen); Lähmungen
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt z.B. blutiger Durchfall, Bauchschmerzen
  • Hautveränderungen z.B. rote Flecken, Knötchen, Geschwüre
  • Bluthusten
  • Blutiger Urin

Diagnose

Da Vaskulitiden sehr unterschiedliche Beschwerden hervorrufen und nur selten auftreten, ist eine eindeutige Diagnose in der Regel schwierig. In fast allen Fällen sind jedoch die Entzündungswerte im Blut deutlich erhöht – diese können vom Hausarzt ermittelt werden. In der Regel ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher ärztlicher Fachabteilungen zur Diagnose notwendig. Hierbei wird zwischen den verschiedenen betroffenen Blutgefäßen unterschieden:

  • Sind kleine Gefäße von den Entzündungen betroffen, kann ein Nachweis von sogenannten ANCA (anti-Neutrophile cytoplasmatische Antikörper), eine besondere Form von Antikörpern, Aufschluss über die Erkrankung geben. Sie befallen in der Regel die Lunge, die Nieren oder die Haut, können aber letztlich jedes Organ beeinträchtigen.
  • Sind große Gefäße wie die Aorta betroffen, können meistens keine spezifischen Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Die Diagnose ist dann nur mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie möglich.
  • Sind oberflächliche Gefäße wie die Schläfenarterie betroffen, kann eine Ultraschall-Untersuchung oder eine kleine Gewebeprobe Aufschluss über die Erkrankung geben.

Therapiemöglichkeiten

Vaskulitis gilt bislang als unheilbar, lediglich die Symptome können behandelt werden. Die genaue Behandlung richtet sich nach den betroffenen Gefäßen und dem Stadium der Erkrankung.

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Medikamentöse Behandlung

Um die Entzündungen zu hemmen wird in der Regel Kortison eingesetzt. Oft sind zusätzliche Mittel nötig, die das Abwehrsystem hemmen – zum Beispiel Cyclophoshamid. Genanntes wird jedoch nur in lebens- oder organbedrohlichen Stadien verabreicht. Verläuft die Krankheit weniger schwer, kann der Wirkstoff Methotrexat eingesetzt werden, um die Dosis an Kortison zu verringern. Auch Biologika, sogenannte Eiweißmedikamente, werden bei der Therapie der Vaskulitiden vermehrt verschrieben.

Weitere Maßnahmen

Neben der essentiellen Behandlung mit Kortison können Bewegung, Entspannungsübungen und Psychotherapien Patienten auf ihrem Behandlungsweg unterstützen.

In seltenen Fällen kommt es zu einem operativen Eingriff. Hierbei werden größere Gefäße mit einem Stent (Röhrchen) gedehnt, wenn sie infolge einer Vaskulitis verschlossen sind. Auch Aufweitungen der Schlagadern (Aneurysmen) können operativ behandelt werden.

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Das Original zu diesem Beitrag „Was hinter Ashton Kutchers tückischer Krankheit steckt“ stammt von Bunte.de.

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