Welchen Sport Sie machen müssen, um Ihr Darmkrebs-Risiko deutlich zu senken

Welchen Sport Sie machen müssen, um Ihr Darmkrebs-Risiko deutlich zu senken

2019-03-06

Die Ursachen von Darmkrebs sind bislang nicht vollständig bekannt. Australische Forscher haben nun aber festgestellt, dass Sport das Risiko verringern kann – und zwar eine ganz bestimmte Sportart.

Mit Sport lässt sich das Wachstum von Darmkrebszellen verringern. Das belegt eine Studie, die in der Zeitschrift "The Journal of Physiology" veröffentlicht wurde. Demnach wurde nach High Intensity Intervall Training (HIIT) festgestellt, dass sich das Wachstum der Zellen verringerte, zugleich stiegen die Entzündungsmarker.

Intervalltraining mit Radfahren, Joggen und Schwimmen

Es zeigte sich, dass vier mal vier Minuten Radfahren bei hoher Belastung, gefolgt von drei Minuten aktiver Erholung zu besseren Ergebnissen führte als 50 Minuten Radfahren bei moderater Belastung. Auch Joggen, Schwimmen und Boxen sind Sportarten, die als HIIT-Intervention bislang in Studien getestet wurden. Zu populären HIIT-Disziplinen gehören zudem Bodyweight-Übungen, bei denen mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird.

Das hochintensive Intervalltraining ist bekannt dafür, besonders effektiv Kalorien zu verbrennen und den Stoffwechsel anzukrubeln. Beim HIIT wechseln sich intensive, anstrengende Phasen mit moderaten Slots oder Pausen ab. Also statt immer im gleichen Tempo zu Joggen, wird hier mit einer Belastung von 85 bis 100 Prozent der maximalen Herzfrequenz gerannt, gefolgt von Gehen mit einer Herzfrequenz von 40 bis 50 Prozent. Der Trick an den Intervallen ist, dass der Körper in den intensiven Frequenzen mehr Sauerstoff benötigt, als er selbst herstellen kann. Nach dem Training ist er also gezwungen, das nachzuholen – und somit wird der Stoffwechsel verstärkt angeregt.

Die Diagnose Darmkrebs bedeutet für Betroffene nicht nur einen emotionalen Einbruch, sondern oft auch einen finanziellen. Wer Patienten unterstützen möchte, kann an folgendes Konto spenden:

Felix Burda Stiftung
IBAN: DE35 6808 0030 0730 0323 01
BIC: DRESDEFF680
Commerzbank Offenburg
Stichwort: „patientenhilfe darmkrebs“

Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link. Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohnes.

Die Stiftung widmet sich ausschließlich der Prävention von Darmkrebs und ist heute eine der bekanntesten, gemeinnützigen Institutionen in der deutschen Health Community.

HIIT wirkt besser als moderates Training

Die Wirkung von regelmäßiger Bewegung ist weitgehend anerkannt, sowohl als vorbeugende Maßnahme, als auch im Bereich der Komplementärmedizin. Diese Studie geht einen Schritt weiter. "Die Ergebnisse zeigen, dass eine einzige HIIT-Session die Anzahl der Zellen verringern kann, während Übungen in moderater Intensität keine Auswirkungen hatten", sagte Tina Skinner von der University of Queensland (Australien). 

HIIT ist bereits seit einiger Zeit im Fokus der australischen Forscher. Sie untersuchen den Effekt von intensivem Training als unterstützende Maßnahme im Kampf gegen Krebs. Studienleiter James Devin unterstreicht die Wichtigkeit von regelmäßigem Training, er geht aber davon aus, dass bereits einzelne HIIT-Sessions wirken können. Ist der Körper wiederholtermaßen dem intensiven Training ausgesetzt, könnten die physiologischen Effekte des HIIT den Kampf gegen Krebs unterstützen.

"Wir konnten zeigen, dass Training eine Rolle darin spielen könnte, das Wachstum von Darmkrebszellen zu beeinflussen", so Devin. "Nach einer HIIT-Einheit stiegen spezielle Entzündungswerte an, von denen man ausgeht, dass sie bei der Reduzierung von Zahl der Krebszellen beteiligt sind." Ein aktiver Lebensstil könne also helfen, Tumore im Darm zu bekämpfen. In Folgestudien soll nun herausgefunden werden, wie es zu den Veränderungen im Wachstum kommt.

Wie intensiv sollen ehemalige Krebspatienten Sport treiben?

Bei der Studie, die gemeinsam mit der University of Waterloo (Kanada) durchgeführt wurde, absolvierten ehemalige Darmkrebspatienten das intensive Training. Eine Gruppe nahm an einer einzigen HIIT-Session teil, die andere Gruppe an zwölf über einen Zeitraum von vier Wochen. Nach der einen beziehungsweise nach Ende der vier Wochen wurde den Teilnehmern Blut abgenommen und das Zellwachstum gemessen. Da sich das Wachstum unter Laborbedingungen stark vom Wachstum im Körper unterscheidet, sind weitere Studien notwendig, um das Ergebnis auf Tumore im menschlichen Körper zu übertragen.

Den Ergebnissen steht die traditionelle Sichtweise entgegen, dass sich ehemalige Krebspatienten nicht zu sehr verausgaben sollen, sondern ihnen Walking oder Yoga besser tut.


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